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Erste Anlaufstelle in Hessen für Kinder mit Fehlbildungen

"Wenn Kinder mit Fehlbildungen zur Welt kommen, ist das für ihre Eltern natürlich eine große Belastung. Wir wollen mit unserem Zentrum dafür sorgen, dass die Kinder medizinisch optimal versorgt werden und gleichzeitig die Eltern mit ihren Sorgen nicht alleine bleiben", betonen die Leiter der Einrichtung Prof. Rolf Schlößer, Prof. Udo Rolle und Prof. Frank Louwen.

Erste Anlaufstelle in Hessen für Kinder mit Fehlbildungen

Eines der Hauptziele des neuen Zentrums sei es, die komplexen Behandlungspfade für die Eltern betroffener Kinder transparenter und verständlicher zu machen. Von der pränatalen Diagnose an sollen die Familien bei den diagnostischen und therapeutischen Schritten begleitet werden. In einer speziellen Sprechstunde wollen Vertreter der Kinderchirurgie, Neonatologie und Kinderkardiologie gemeinsam mit den Pränatalmedizinern die Eltern schon vor der Geburt beraten und über die mögliche Behandlung informieren. Angeboten werden auch eine psychologische und soziale Begleitung.

Die medizinische Versorgung von Kindern mit Fehlbildungen erfordere eine interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedenster Fachdisziplinen, so die Professoren. Zu ihnen gehörten vor allem die Kinderchirurgie, die Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie und die Neurochirurgie. Diese operativen Fächer würden ergänzt durch die Spezialisten der Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, der Augenheilkunde, der Orthopädie und der Dermatologie. In die Diagnostik eingebunden seien vor allem die Pränatalmedizin und Neonatologie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Humangenetik. Weitere Fachgebiete könnten bei Bedarf hinzugezogen werden.

Durch die Etablierung des Zentrums werde die Qualität der Versorgung weiter verbessert, so die Leiter der Einrichtung. Ein entscheidender Vorteil der Zentralisierung sei die erleichterte Qualitätskontrolle und die daraus resultierende Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung. Die Evaluierung der Diagnostik und Behandlung führe zu einem selbstauferlegten und freiwilligen Qualitätsmanagement. Aus ihr sollen allgemeine Standards entwickelt werden, die nicht nur am Universitätsklinikum Frankfurt, sondern auch bundesweit die Versorgungsqualität bei angeborenen Fehlbildungen erhöhen könnten.

In Deutschland kommen ungefähr fünf Prozent der Neugeborenen mit Fehlbildungen zur Welt.

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