Mecklenburg-Vorpommern Erneut Warnstreik am Kreiskrankenhaus Demmin

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Gehalt & Arbeitsbedingungen

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen haben mehr als 100 Beschäftigte des Kreiskrankenhauses Demmin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) die Arbeit niedergelegt.

Der Streik der Pflegekräfte an der Charité geht nächste Woche weiter. – © fotomek (Fotolia.com)

An dem ganztägigen Warnstreik am Montag (Anmerkung der Redaktion: 03.07.2017) beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft ver.di rund 150 Pflege- und Verwaltungsmitarbeiter. Am Nachmittag war eine Demonstration in Neubrandenburg geplant, wo der Kreistag u.a. zu dem Thema tagen wollte.

Die Gewerkschaft fordert den Abschluss eines Haustarifvertrages für die rund 280 nichtärztlichen Beschäftigten, mit dem sie den Anschluss an die Gehaltsentwicklung im öffentlichen Dienst behalten, wie eine ver.di-Sprecherin sagte. Seit der Überführung des Krankenhauses in eine GmbH im Jahr 2014 sei das Unternehmen, das mehrheitlich dem Landkreis gehört, aus der Tarifbindung der kommunalen Arbeitgeber ausgeschieden. Neue Mitarbeiter würden seither zu schlechteren Konditionen eingestellt, Tarifsteigerungen des öffentlichen Dienstes nicht mitgemacht.

Landrat Heiko Kärger (CDU) zeigte Verständnis für die Forderungen. «Ich kann verstehen, wenn Menschen für ihre Arbeit mehr Lohn haben möchten», erklärte er. Er hoffe, dass die Verhandlungspartner – Tarifkommission, Geschäftsführung und Aufsichtsrat – einen vernünftigen Kompromiss finden. «Ich bin für jede Gehaltserhöhung, die betriebswirtschaftlich möglich ist.» Das Kreiskrankenhaus sei ein in sich geschlossenes wirtschaftliches System, das sich selbst tragen müsse. Der Landkreis ziehe kein Geld aus dem Krankenhaus, könne aber auch keine Verluste ausgleichen. Bereits am 20. Juni 2017 hatten rund 120 Klinikmitarbeiter vorübergehend die Arbeit niedergelegt.