Politik -

Pflegeberufe attraktiver machen Erfolgreiche Pflegepolitik erfordert Masterplan

Im Rahmen der Sondierungsgespräche zur möglichen Jamaika-Koalition am 9. November 2018 verlangte die Techniker Krankenkasse von der Politik einen „Masterplan Pflegeberufe“. Dieser hat das Ziel, anhand ansprechender Rückkehrangebote einen Stellennotstand abzuwenden.

Im Wahlkampf war das Thema Pflege vor allem aufgrund des Mangels an Fachkräften auf der politischen Agenda präsent. Um einen Pflegenotstand zu vermeiden, fordert die Techniker Krankenkasse (TK) von der Politik einen „Masterplan Pflegeberufe“ sowie eine Smart-Home-Lösung im Leistungskatalog der Pflegeversicherung zu berücksichtigen. Ziel ist es, pflegende Angehörige zu entlasten und Pflegebedürftigen möglichst lange ein selbstständiges Wohnen in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.

Pflegerückkehrer sollen angesprochen werden

Schon heute fehlen in Krankenhäusern, Heimen und Pflegediensten ausgebildete Pflegekräfte. Ziel eines Masterplans sollte es aus Sicht der TK sein, diejenigen Fachkräfte im Job zu halten, die der Pflege den Rücken kehren: Die durchschnittliche Verweildauer im Beruf beträgt bei examinierten Krankenpflegern 13,7 Jahre - in der Altenpflege sind es sogar nur 8,4 Jahre.

„Damit die professionelle Pflege - sowohl im Krankenhaus als auch in Heimen - attraktiver wird, müssen diese Berufe echte Perspektiven bieten, nicht nur für Einsteiger, sondern vor allem für die bereits ausgebildeten Fachkräfte. Eine bessere Vergütung hilft, ist aber kein Allheilmittel“, betont Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK. Ein Masterplan müsse zielgerichtet diejenigen ansprechen, die der Pflege den Rücken gekehrt haben und ihre Rückkehr „ans Bett“ müsse laut Ballast attraktiver gemacht werden.

Höhere Vergütung, altersgerechte Arbeit und neue Aufgaben

Der Masterplan Pflegeberufe soll laut TK fünf Handlungsfelder umfassen:

  1. Eine höhere Vergütung, insbesondere in der Altenpflege, die aufgrund der Knappheit am Arbeitsmarkt mittelfristig ohnehin zu erwarten ist,
  2. eine größere Lohnspreizung, die die Anreize zur Weiterbildung erhöht und die Qualität der pflegerischen Versorgung stärkt,
  3. attraktive Rückkehrangebote nach einer beruflichen Auszeit oder Beschäftigungen jenseits der Pflege,
  4. eine altersgerechte Arbeitsorganisation, mit der sich ältere Pflegekräfte im Beruf halten lassen und
  5. neue Karrierepfade und Aufgabenfelder, die die berufliche Laufbahn am Bett und im unmittelbaren Umfeld interessanter machen.

In den Masterplan sollten neben Bund, Ländern und Kommunen auch öffentliche und private Kostenträger sowie die Leistungserbringer und -träger eingebunden werden, außerdem die Tarifpartner.

Digitale Helfer sollen pflegende Angehörige entlasten

Auch bei der „informellen“ Pflege zu Hause gäbe es Optimierungsbedarf. Viele Menschen wollen im Alter möglichst lange zu Hause leben: Über 70 Prozent werden laut TK zu Hause gepflegt. Das macht die „informell“ Pflegenden zum größten Pflegedienst des Landes. „Die Pflegeversicherung muss die Möglichkeit bekommen, pflegende Angehörige über digitale Angebote zu entlasten. Smart-Home-Lösungen können dazu beitragen, indem sie Selbstständigkeit fördern und Angehörigen die Betreuung erleichtern. Pflegebedürftige sollten selbst entscheiden können, wie sie ihr Wohnumfeld mit Unterstützung der Pflegekasse anpassen“, erläutert Ballast.

Das TK-Positionspapier „Masterplan für die Pflege“ steht unter www.presse.tk.de zur Verfügung.

© hcm-magazin.de 2017 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen