Female Empowerment -

Equal Pay Day: "Lohnfindung im Gesundheitswesen – viel Dienst, wenig Verdienst"

Anlässlich des bundesweiten Tags der Nachhaltigkeit am 4. Juni gab das EPD-Forum, initiiert von den Business and Professional Women (BPW) Germany und gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, den Start der Equal-Pay-Day-Kampagne 2013 bekannt.

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Schwerpunkt des nächsten Aktionstags für gleiche Bezahlung für Frauen und Männer wird die Lohnsituation in den Gesundheitsberufen sein. Unter dem Motto "Viel Dienst – wenig Verdienst" wird es darum gehen, nachhaltige Lösungen für einen Berufszweig aufzuzeigen, der in unserer alternden Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt, dessen überwiegend weibliche Beschäftigte aber nach wie vor am unteren Rand der Gehaltsstatistiken zu finden sind.

Indiz für soziale Ungerechtigkeit

"Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern sind ein Indiz für soziale Ungerechtigkeit, die den sozialen Zusammenhalt und damit eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung gefährden", erklärt Henrike von Platen, Präsidentin des BPW Germany, anlässlich des Kampagnenstarts. In der Gesundheitsbranche sind die Verdienstmöglichkeiten für Frauen vergleichsweise schlecht. So verdienen Medizinische Fachangestellte (ehemals Arzthelferinnen) 11,36 Euro und Altenpflegerinnen 14,92 Euro brutto pro Stunde, während Speditionskaufmänner im Durchschnitt 16,79 Euro oder Städtereiniger 14,28 Euro brutto in der Tasche haben (Quelle: DESTATIS – Verdienststrukturerhebung 2006).

Hebammen unter Druck

Alarmierend ist die finanzielle Situation besonders bei den Hebammen. Laut einer aktuellen Untersuchung des IGES Instituts arbeiten 70 Prozent der angestellten Hebammen in Teilzeit bei einem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von 15,04 Euro. Um wirtschaftlich über die Runden zu kommen, arbeiten sie meist freiberuflich nebenher: Das erklärt den Befund, dass drei Viertel aller Hebammen entweder ausschließlich oder zumindest auch freiberuflich auf Honorarbasis arbeiten. Die hohe Prämie für die Berufshaftpflichtversicherung und der enge Honorarrahmen lassen existenzsichernde Einkünfte nicht erwarten. Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder sagt: "Ich nehme die Sorgen der Hebammen sehr ernst. Hebammen leisten eine unverzichtbare Hilfe für junge Eltern und ihre Neugeborenen. Auf diese Hilfe können, dürfen und wollen wir nicht verzichten."

Ärztinnen schlechter positioniert

Selbst im relativ gut bezahlten Arztberuf gibt es geschlechtsspezifische Ungleichheiten: Während unter den Chefärzten v.a. Männer zu finden sind, arbeiten Ärztinnen meist als Stationsärztin und sehen ungünstige Entwicklungsperspektiven entgegen – beim beruflichen Aufstieg ebenso wie beim Einkommen. Hinzu kommt, dass in den besonders gut dotierten Fachrichtungen (wie Radiologie) überwiegend männliche Ärzte zu finden sind, während die Fachrichtungen mit hohem Frauenanteil (Kinderärzte, Gynäkologen) über deutlich schlechtere Honorare verfügen.

Familienernähererinnen benötigen existenzsicherndes Gehalt

Die Ursachen für den Gender Pay Gap sind vielfältig und verstärken sich gegenseitig. Zwei Drittel der statistischen Lohnlücke von durchschnittlich 23 Prozent entstehen laut Destatis u.a. durch die schlechtere Bewertung und Bezahlung frauendominierter Berufe oder den hohen Anteil von Frauen im Niedriglohnsektor. Darüber hinaus fehlen Frauen in bestimmten Branchen und Berufen und in Führungspositionen. Rund ein Fünftel aller erwerbstätigen Frauen sind bereits Familienernährerinnen und als solche auf ein existenzsicherndes Gehalt und eine angemessene Rente angewiesen.

Termine

Am 8. Oktober findet die Auftaktveranstaltung der Equal Pay Day Foren in Berlin statt. Die Foren richten sich v.a. an Multiplikatoren und bereiten den Themenschwerpunkt "Lohnfindung im Gesundheitswesen" für 2013 vor. Der nächste Equal Pay Day wird am 25. März 2013 stattfinden.Er markiert den Tag, bis zu dem Frauen nach Ablauf eines Jahres länger arbeiten müssen, um das durchschnittliche Vorjahresgehalt von Männern zu erreichen. Der Termin des Aktionstags errechnet sich auf der Grundlage der aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts.

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