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EPatient Survey 2020 Studie zeigt Durchbruch von Digital Health auf

Die regelmäßige Panelumfrage "EPatient Survey" untersucht, wie stark die Deutschen Gesundheits-Apps nutzen. Nun belegen die aktuellen Oktoberzahlen: Corona hat für einen ordentlichen Schub gesorgt.

Topic channels: Telemedizin und Digitalisierung

20 Millionen Deutsche nutzen digitale Gesundheits-Apps, rund zehn Millionen Diagnostik-Apps, über fünf Millionen Bürger haben sich über das Internet schon eine ärztliche Zweitmeinung eingeholt und drei Millionen haben Ärzte oder Therapeuten bereits live über das Web konsultiert. “Wie beim Online-Banking haben sich die Bürger längst entschieden, die Angebote zu nutzen, die ihnen das Leben erleichtern”, analysiert Dr. Alexander Schachinger, Geschäftsführer der EPatient Analytics GmbH.

Erstmals diesen Herbst wurde die seit 2010 jährlich durchgeführte Online-Befragung zum digitalen Gesundheitsmarkt, bekannt als "EPatient Survey", auf ein für die Bevölkerung repräsentatives Sample umgestellt. “Künftig werden wir den Survey zweimal jährlich durchführen, um die Akzeptanz der Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGas), der elektronischen Patientenakte und dem elektronischen Rezept unabhängig zu messen.”

Corona als Digitalisierungstreiber

“Corona hat die Digitalisierung beschleunigt.” vermutet er. Zwischen Frühjahr und Herbst stieg die Nutzung von Diagnostik-Apps von 10 auf 13 Prozent, Onlinesprechstunden wurden von fünf Prozent der Befragten, zuvor zwei Prozent in Anspruch genommen. Ein starker Anstieg, obwohl die Studie im Herbst auf ein - weniger online affines - repräsentatives Panel umgestellt wurde.

Ärzte und Apotheker werden abgehängt

Welches sind die führenden App-Verbreitungswege im Markt? Der Blick auf die Daten zeigt, dass die Patienten den Gesundheitsprofessionen voraus sind. Selbständig im Internet haben 46 Prozent der Nutzer die Apps entdeckt, Freunde und Familie sind Empfehlungskanal Nummer zwei mit 22 Prozent. Selbst Werbung mit 14 Prozent liegt noch gleichauf mit dem Empfehlungsgeber Arzt (14 Prozent), vor der Krankenkasse (13 Prozent), der weit abgeschlagenen Apotheke (5 Prozent) und dem Schlusslicht Krankenhaus (3 Prozent).

"Städter" affiner für Gesundheits-Apps?

Schachinger warnt davor, lediglich zwischen Onlinern und Offlinern zu unterscheiden. Online-Sprechstunden werden beispielsweise vier- bis fünfmal häufiger von Akademikern im Unterschied zu bildungsfernen Gruppen genutzt. Sieben Prozent der Stadtbewohner, aber nur drei Prozent der Einwohner in kleineren Ortschaften nutzen sie. Das kann aber auch eine Folge der schlechten Datennetze auf dem Land sein, und zeigt auf, dass Versorgungslücken per se nicht mit dem Online-Arzt gelöst werden können.

Bei Diagnose und Coaching-Apps zeigen sich jeweils andere Nutzerprofile. “Nur wenn wir jede Anwendung aus ihrem spezifischen Nutzer- und Marktszenario heraus verstehen, können wir Digital gut in die Versorgung integrieren.” An der Integration in jetzige Versorgungslandschaften führt kein Weg vorbei. Bereits vier Prozent der Befragten haben “vom Arzt eine App verordnet bekommen”, obwohl die vom BfArM zugelassenen ersten beiden DiGas erst seit wenigen Wochen veröffentlicht sind (Kalmeda, Velibra).

Best-Practice für Gesundheits-Apps: Caspar Health

Die Erklärung bzw. Vermutung der hier schon relativ hohen vier Prozent sind die mit Selektivverträgen verknüpften Startups (exempl. Anbieter: Tinnitracks, Selfapy, CaraCare) die mit Krankenkassen schon seit Jahren Verträge haben. Für die Best Practice eines “digitalen Versorgungsszenarios” vor Ort hält Schachinger, integrierte Lösungen wie beispielsweise Caspar Health. Das digitale Reha-Coaching-Programm erhalten Patienten schon während und nach stationärer oder Reha-Behandlung.Sie werden vom Stationspersonal vor Ort eingeführt. An die 200 Reha- und Klinikzentren hat Caspar in ihre Behandlung integriert mit steigenden Marktzahlen. Insgesamt ist das Nutzersegment “App/Online-Kurs zum Klinikaufenthalt” von 2016 bis 2020 von ein auf fünf Prozent kontinuierlich gewachsen. EPatient Analytics analysiert ständig über 200 digitale Versorgungsprodukte (Startups) mit den jeweiligen Markzenarien und -kennzahlen.

E-Health in die Regelversorgung integrieren

Zweimal jährlich will Alexander Schachinger künftig mit der neuen Panel-Methode den Erfolg der Spahn’schen Digitalisierungsstrategie messen. “Die vier-prozentige Nutzerrate wird damit zur Baseline, von der aus wir den Zuwachs ablesen können.”. Interessant findet der Experte das vor einigen Tagen lancierte Eckpunktepapier des Ministeriums für ein weiteres Digitalisierungsgesetz: “Spahn will das zarte Pflänzchen Digitalisierung weiter voranbringen.” Er begrüßt die neuerlichen Aktivitäten des Ministers.

Einen Ansporn werden die Ergebnisse des EPatient Survey für den Wettbewerb der Krankenkassen geben. Ein Drittel höher liegt die digitale Nutzungsbereitschaft von Versicherten bestimmter Kassen gegenüber den Schlußlichtern. Das Studiendesign erlaubt neben der detaillierten Zielgruppen- und Anwendungsauswertungen auch die Analyse der Kassenzugehörigkeit. Ebenso unterscheidet sich die Nutzung digitaler Gesundheitsanwendungen in den Landkreisen bis um das Zweifache. In dem neuen Panel-Ansatz wurde auch die PLZ erhoben.

Methodik der EPatient Survey

Die Feldzeit des nun 10. EPatient Survey war der 1. bis 16. Oktober 2020. Die Erhebungsmethod eist eine ab sofort zweimal pro Jahr fortlaufend durchgeführte quotierte Panel-Befragung repräsentativ für alle Deutschen im Internet (92 Prozent). Die Teilnehmerstruktur entspricht regional und soziodemografisch dieser Bevölkerungsgruppe. EPatient Analytics kooperiert mit GapFish, einem unabhängigen ISO-zertifizierten Panelanbieter mit 300.000 Teilnehmer. Die Panelisten werden über Rundfunk- und Printmedien sowie aus dem Handel rekrutiert (Mediengruppe RTL Deutschland, Spiegel-Gruppe REWE u.w.). Detailanalysen für definierte Zielgruppen, Krankheiten, Marktverhalten sowie insbesondere über den Markt der digitalen Gesundheitslösungen sind über das EPatient Dashboard möglich.

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