Folgen der Corona-Pandemie Entlassungen in Hessens Kliniken?

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In einer Mitgliederversammlung diskutierte der Klinikverbund Hessen über die finanziellen Folgen der Corona-Politik. Angesichts der Lage werden auch personelle Konsequenzen nicht ausgeschlossen.

Station im Krankenhaus
Die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie könnten personelle konsequenzen haben. – © upixa (stock.adobe.com)

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Klinikverbund Hessen wurde die aktuelle Situation in den öffentlichen Krankenhäusern diskutiert. Die Fallzahlen seien im vergangenen und im laufenden Jahr um bis zu 30 Prozent zurückgegangen. Ursache sei zum einen die Vorhaltung von Betten für die Behandlung von Covid-19-Fällen, zum anderen die Abstands- und Hygieneregeln, die auch in Krankenhäusern, die keine oder nur wenige Covid-19-Erkrankte behandeln, zu geringeren Fallzahlen geführt haben. Der Klinikverbund spricht in einer Pressemeldung von 80 bis 85 Prozent der in den Vorjahren üblichen Zahl an Patientinnen und Patienten.

Weniger Einnahmen, mehr Personal

„Aufgrund der fallbezogenen Vergütung fehlen uns Kliniken damit Einnahmen in erheblichem Umfang. Andererseits haben wir zum Beispiel zusätzliches Personal für die Corona-Testungen eingestellt, wodurch die Kosten steigen“ erläutert Clemens Maurer, Vorstandsvorsitzender des Klinikverbunds Hessen. Die als Rettungsschirm vorgesehenen Ausgleichszahlungen gebe es nur unter bestimmten Voraussetzungen und auch nur für einen Teil der Häuser und reichten meist nicht aus. Die kommunalen Träger können laut Maurer, die Verluste nicht auf Dauer ausgleichen.

Wenig Einsparmöglichkeiten

Bei sinkenden Einnahmen müssten Kosten eingespart werden, was bei Krankenhäusern in erster Linie das Personal betreffen würde. Aber auch da gebe es wenig Spielraum, sagt Maurer, denn v.a. das Pflegepersonal werde gebraucht und trage die Hauptlast der Versorgung von Covid-Erkrankten und sei deshalb ohnehin an der Belastungsgrenze.

Laut Achim Neyer, dem stellvertretenden Vorstandvorsitzenden des Klinikverbundes, kann dem nur durch einen vollständigen Ausgleich der Verluste entgegengewirkt werden. „ Wir brauchen eine längerfristige Planungssicherheit, denn die Pandemie wird nicht so bald vorbei sein“, ist Neyer überzeugt.

Zähe Verhandlungen mit den Krankenkassen

Auch die verzögerten Budgetverhandlungen mit den Krankenkassen trügen zur finanziellen Unsicherheit bei. „Die meisten Krankenhäuser im Klinikverbund Hessen haben noch nicht einmal ein Budget für das Jahr 2020 verhandeln können und in einigen Fällen musste die Schiedsstelle angerufen werden“, erklärt Reinhard Schaffert, Geschäftsführer des Klinikverbundes Hessen.

Strittig mit den Krankenkassen sei laut Schaffert insbesondere die Finanzierung der Pflege, obwohl diese im besonderen Maße durch die Behandlung von Covid-Erkrankten belastet sei. „Applaus alleine reicht nicht!“ meint Schaffert. Die Krankenkassen hätten bei den Krankenhäusern durch die Pandemie offensichtlich weniger Ausgaben, als erwartet. Dass sie sich gerade jetzt vor allem bei den Pflegepersonalkosten so sperren würden, sei seiner Meinung nach nicht gerade ein Zeichen von Wertschätzung.

Lob für die Landespolitik

Zufrieden sei man aber mit der Politik. Das Land Hessen und das Hessische Ministerium für Soziales und Integration habe die Kliniken im Rahmen seiner Möglichkeiten mit großem Engagement unterstützt und sich auf Bundesebene für die Krankenhäuser eingesetzt.

Der Klinikverbund Hessen, zu dem rund 60 Kliniken gehören, werde sich weiterhin auf allen Ebenen der Politik für eine ausreichende Finanzierung der Krankenhäuser und konstruktive Weiterentwicklung der Versorgung einsetzen.