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Endoprothesenregister soll Patientensicherheit erhöhen

EPRD – ein Instrument, das die Qualität und Sicherheit von Endoprothesen erhöht und die Informationsweitergabe bei fehlerhaften Implantaten erleichtert. Von dem umfangreichen Datenpool profitieren somit Patienten und Behandler gleichermaßen.

Endoprothesenregister soll Patientensicherheit erhöhen

"Beim EPRD ziehen Ärzte, Krankenkassen und Hersteller an einem Strang, um die Sicherheit und Qualität von Kunstgelenken und ihrem Einbau in den Kliniken weiter zu erhöhen und ein Frühwarnsystem zu installieren", erklärt Prof. Dr. Joachim Hassenpflug, Geschäftsführer der Endoprothesenregister Deutschland gGmbH. Das Einsetzen von künstlichen Hüft- und Kniegelenken gehöre zu den häufigsten Operationen in Deutschland. Allein im Jahr 2010 hätten Ärzte rund 390.000 Hüft- und Knie-Endoprothesen bei Patienten mit starkem Gelenkverschleiß (Arthrose) oder nach Brüchen eingebaut. Darin enthalten seien knapp 37.000 Wechseloperationen, bei denen die Kunstgelenke ausgetauscht werden mussten.

"Der umfangreiche Datenpool des Registers gestattet es künftig, die Ursachen für einen eventuellen Misserfolg bei einem Endoprothesen-Eingriff leichter als bisher aufzuschlüsseln. Es ist dann einfacher zu erkennen, ob die verwendeten Implantate, das operative Vorgehen oder patientenspezifische Merkmale für die erneute Operation verantwortlich sind", erläutert Hassenpflug. Zugleich erleichtere das EPRD, Patienten bei Bedarf rasch und gezielt über fehlerhafte Implantate zu informieren und den Weg eines Implantates vom Hersteller bis zum Patienten einfacher nachzuvollziehen. Patienten, die ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk bekommen, könnten beim EPRD freiwillig mitmachen. Sie müssten dafür lediglich eine Einverständniserklärung in der Klinik unterschreiben. Der Datenschutz sei dabei zu jedem Zeitpunkt gewährleistet.

Das EPRD ist Ende des Jahres 2010 gegründet worden und befindet sich derzeit in fünf Kliniken in der Testphase. Initiatoren sind die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), der Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek), der AOK-Bundesverband, der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) und das BQS Institut für Qualität und Patientensicherheit (BQS-Institut).

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