Politik -

Endoprothesenregister bekommt weiterhin Fördergelder vom Bund

Das Endoprothesenregister Deutschland beschäftigt sich u.a. mit der Frage, warum in Deutschland so viele Wechseloperationen an künstlichen Gelenken durchgeführt werden müssen. Für seine Arbeit bekommt die gemeinnützige Gesellschaft nun weiterhin Geld vom Bundesgesundheitsministerium.

Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) erhält für das Jahr 2014 weitere Fördermittel des Bundes. So will das Bundesgesundheitsministerium (BMG) der Gesellschaft bis Ende des Jahres insgesamt rund 250.000 Euro zur Verfügung stellen. Gesundheitsminister Hermann Gröhe sei davon überzeugt, dass solche Register einen wichtigen Beitrag zu einer noch besseren Versorgung von Patienten leisten können, heißt es zur Begründung. Schon den Probebetrieb des EPRD hatte das Ministerium im Jahr 2012 mit rund 330.000 Euro unterstützt.

Das Register sei ein Erfolgsmodell. Seit Beginn des Echtbetriebes haben sich EPRD-Geschäftsführer Prof. Joachim Hassenpflug zufolge schon mehr als 380 Kliniken zur Teilnahme am Register angemeldet. Das seien mehr als ein Drittel aller dafür infrage kommenden Krankenhäuser. "Wir sind mit der Teilnehmerquote mehr als zufrieden, unsere Erwartungen sind schon jetzt deutlich übertroffen", sagt Hassenpflug, der auch Direktor der Klinik für Orthopädie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein ist.

Endoprothetik: So viele Eingriffe gibt es in Deutschland pro Jahr

Ziel ist es laut Hassenpflug, alle der jährlich rund 400.000 Eingriffe in der Endoprothetik bei Hüften und Knien zu erfassen. Das Register nimmt die Daten der registrierten Implantate über deren gesamte Lebensdauer auf. So erfahren Kliniken auch von Revisionen und Wechseloperationen bei Patienten, die dafür in ein anderes Krankenhaus gegangen sind. Zudem können teilnehmende Häuser ihre Patienten bei Bedarf einfacher und schneller über ihr Implantat informieren.

Implantat-Datenbank umfasst mehre tauschen Einzelteile

Die gemeinsam mit der Industrie aufgebaute Implantat-Datenbank umfasst Informationen für mehr als 38.000 Einzelteile. Diese werden ergänzt durch Angaben zu OP-Verfahren und -anlässe sowie durch von den Krankenkassen gelieferte Patientenmerkmale wie Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen. Der Schutz der Patientendaten sei gleichwohl gewährleistet, heißt es.

Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD)
Viele Menschen bekommen in Deutschland einen künstlichen Gelenkersatz. Am häufigsten werden Patienten hierzulande künstliche Hüft- und Kniegelenke eingesetzt. Allein in diesem Bereich zählt das EPRD jährlich 390.000 Operationen. Gleichzeitig sind aber 37.000 Wechseloperationen pro Jahr erforderlich. Über die Gründe ist bisher wenig bekannt – das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) will das ändern. Beim EPRD arbeiten Ärzte, Wissenschaft, Industrie und Krankenkassen zusammen. Finanziell, organisatorisch und mit Know-how wird das EPRD vom Verband der Ersatzkassen (vdek), vom AOK-Bundesverband und vom Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) unterstützt, beim Aufbau des Registers engagierte sich auch die Deutsche Arthrose-Hilfe.
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