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Mutmaßliches Behandlungsfehler Elfjähriger klagt gegen Ärztin

Ein elfjähriger Junge hat vor dem Thüringer Oberlandesgericht in Jena gegen eine Ärztin wegen mutmaßlicher Behandlungsfehler geklagt. Dem Gericht zufolge wurde der Junge zum Auftakt des Verfahrens am Mittwoch von seinen Eltern vertreten.

Die Eltern hatten ihren damals einjährigen Sohn im Jahr 2007 mit hohem Fieber in eine Erfurter Notfallambulanz für Kinder gebracht. In der Annahme, das Kind habe eine Erkältung, soll die Ärztin dort fiebersenkende Medikamente verschrieben haben.

Tatsächlich litt der Junge allerdings laut Gerichtssprecher an einer Meningokokkensepsis, einer seltenen und gefährlichen bakteriellen Infektionserkrankung. Die Diagnose und entsprechende Behandlung folgten demnach aber erst einen Tag später auf der Intensivstation einer Erfurter Kinderklinik. Der Junge erlitt aufgrund der Erkrankung schwere Beeinträchtigungen und Folgeschäden . Im Laufe der Jahre wurde er über 60 Mal operiert.

Zuvor hatte das Landgericht Erfurt die Schadensersatzklage abgewiesen. Die Symptome damals seien nicht ausreichend gewesen, um den Verdacht auf eine Meningokokken-Erkrankung zu rechtfertigen. Diese Entscheidung soll das Oberlandesgericht nun prüfen.

Am ersten Tag des Verfahren wurde ein Sachverständiger gehört. Für seine Ausführungen war allerdings die Zeit zu knapp bemessen. Die Verhandlung soll am 28. Februar fortgesetzt werden.

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