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TK/AOK/Vivantes Einheitliche Schnittstelle zwischen Gesundheitsakten und Klinikkonzern

AOK, Techniker Krankenkasse und der Berliner Krankenhauskonzern Vivantes haben erstmals eine einheitliche Schnittstelle für den Datenaustausch zwischen Gesundheitsakten entwickelt. Die Krankenkassen und das kommunale Gesundheitsunternehmen in Deutschland hatten ihre Pläne bereits Ende 2018 angekündigt.

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Seit Anfang April ist die auf Basis des internationalen IHE-Standards entwickelte  Schnittstelle für den Datenaustausch nutzbar. Künftig sollen Versicherte der Techniker Krankenkasse (TK) über ihre Gesundheitsakte TK-Safe (HCM berichtete) Informationen mit dem Vivantes Klinikum austauschen. „Die Schnittstelle ist ein wichtiger Erfolg für eine flächendeckende Vernetzung im Gesundheitswesen", sagt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. "Außerdem zeigt die Kooperation zwischen den Aktenprojekten, dass gemeinsame Schnittstellen und Wettbewerb sich nicht ausschließen." Für Versicherte der AOK Nordost besteht die Möglichkeit des Informationsaustauschs seit Juli 2018. Die Gesundheitskasse und Vivantes sind Partner im regionalen Pilotprojekt des digitalen Gesundheitsnetzwerkes – eine Initiative der AOK-Gemeinschaft.

Kassenübergreifende Vernetzung

„Am Beispiel der bundesweit größten kommunalen Klinikkette gelingt uns jetzt kassenübergreifend die Vernetzung mit unterschiedlichen elektronischen Aktenlösungen. Der Einsatz einheitlicher Schnittstellen ist dabei ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu flächendeckenden, modernen Versorgungsstrukturen in Deutschland“, sagt Frank Michalak, Vorstand der AOK Nordost.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit der drei Projektpartner stellt unter Beweis, dass mit einer einheitlichen Schnittstelle, eine Anbindung an unterschiedliche Gesundheitsaktensysteme möglich ist. Dieses kann von Krankenhäusern sowie Ärzten, kassenübergreifend genutzt werden.

Den drei Unternehmen ist es trotz Wettbewerb und unterschiedlicher Aktenansätze gelungen, eine auf internationalen und offenen Standards beruhende deutschlandweite Gesundheitsaktenarchitektur mitzugestalten. Insellösungen innerhalb moderner Versorgungsstrukturen werden damit vermieden.

Hintergrundinformationen

Um den Datenaustausch im Gesundheitswesen voranzubringen, haben die AOK mit dem „Digitalen Gesundheitsnetzwerk“ und die Techniker Krankenkasse mit TK-Safe bereits Gesundheitsakten gestartet. Das Digitale Gesundheitsnetzwerk der AOK wird in den Regionen Mecklenburg-Vorpommern mit dem Ärztenetz „Haffnet" und den AMEOS-Kliniken sowie in Berlin mit den Klinikträgern Vivantes und Sana eingesetzt. Die TK hat die elektronische Gesundheitsakte TK-Safe gemeinsam mit IBM Deutschland im April 2018 im bundesweiten Testbetrieb gestartet. Derzeit nehmen bereits mehr als 140.000 Nutzer teil. Sie können ihre Patientenhistorie aus Kassendaten direkt abrufen und Entlassberichte aus 19 Kliniken bundesweit herunterladen. Der kommunale Klinikkonzern Vivantes arbeitet beim Aufbau der Vernetzung sowohl mit der AOK als auch mit der TK zusammen.

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