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Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. „Eine Krankenkasse ist keine Sparkasse“

Der VKD kritisiert in einer aktuellen Pressemitteilung, dass sich die Krankenkassen als Kapitalfonds präsentieren würden. Dabei sieht es der Verband als höchst problematisch an, dass die Kassen Einnahmen „horten“. Und das bei gleichzeitigen „immer aggresiveren Rechnungskürzungen gegenüber den Krankenhäusern“, die im Endeffekt auf Kosten der Leistungen für Patienten gehen.

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Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschland (VKD) hat sich am vergangenen Freitag (25. August 2017) in einer Mitteilung kritisch gegenüber den Krankenkassen geäußert. Laut VKD präsentieren sich die „Krankenkassen als Kapitalfonds und entziehen der Patientenversorgung das Geld“. Der Haufen sei wieder größer geworden. Wie Onkel Dagobert raffen und horten die Krankenkassen die ‚Goldstücke', heißt es in der Mitteilung. „Inzwischen sind es mehr als 17,5 Milliarden Euro, die bei den 113 gesetzlichen Krankenkassen auf Halde liegen. Im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres hat sich ihr Überschuss mehr als verdoppelt. Die Einnahmen waren um 1,4 Milliarden Euro höher als die Ausgaben. Im Gesundheitsfonds lagern nochmals 9,1 Milliarden Euro. Geld, das von den Versicherten kommt und ihnen in Form von Leistungen zusteht.“ Weiter heißt es im VKD-Schreiben:

„Die Kassenvertreter klopfen sich auf die Schultern: Alles eine Frage der günstigen Einnahmenentwicklung durch die Rekordbeschäftigung, die Aufnahme Tausender neuer Versicherter infolge von Zuwanderung und selbstverständlich wirtschaftlichen Arbeitens und höchster Sparsamkeit.

Zu diesem ‚wirtschaftlichen Arbeiten' gehören offenbar auch die immer agressiveren Rechnungskürzungen, mit denen die Krankenhäuser konfrontiert werden. In vielen Fällen geht es den Kassenprüfern hier nicht um Qualität oder angeblich falsche Berechnung von Leistungen. Es geht, ganz im Gegenteil, darum, die Notwendigkeit von Behandlungen und stationären Aufenthalten der Patienten in Frage zu stellen, um die Bezahlung der Leistungen ganz oder teilweise verweigern zu können.“

VKD empört

„Dies sind Auswüchse des Wettbewerbs auf dem Rücken der Patienten, der Beschäftigten und der Krankenhäuser“, konstatiert Dr. Josef Düllings, Präsident desVKD. „Unser Verband hat schon mehrfach diese sich stetig anhäufenden milliardenschweren Kontobestände kritisiert. Eine Krankenkasse ist keine Sparkasse. Der größte Teil der Mittel muss, von den Versicherten erhoben, in die Patientenversorgung fließen. Dafür sind diese Mittel da. Dass dies nicht geschieht, empört uns!“ „Die Kliniken halten die Patientenversorgung aufrecht“, so der VKD-Präsident, „während sich die Krankenkassen als Kapitalfonds präsentieren.“ Geradezu absurd werde es, wenn Zusatzbeiträge erhoben würden, für das gehortete Geld dann aber Negativzinsen zu zahlen seien. Im vorigen Jahr sei schon die Rede von einem zweistelligen Millionenbetrag gewesen. Das habe nichts mit Sparen zu tun, sondern sei eine Fehlentwicklung des Kassenwettbewerbs, der am Ende die Zukunftsfähigkeit unserer Gesundheitsversorgung gefährdet. Die Krankenkassen sollten sich laut Düllings daran erinnern, dass auch sie für die Sicherstellung einer guten Patientenversorgung zuständig sind.

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