Homepage -

Lesetipp Eine Agenda für die Pflege

Gehen der Pflege die Kräfte aus? In „Agenda Pflege 2021“ beschäftigen sich Experten mit Problemen und Potenzialen in der Pflege – vom Fachkräftemangel über die Versorgungsqualität bis hin zum ehrenamtlichem Engagement. Die Autoren wollen mit dem Werk v.a. Grundlagen für den fachpolitischen Diskurs bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode im Jahr 2021 schaffen.

Eine Million Beschäftigte, 24-Stunden-Einsatz in Klinik, Heim und zu Hause – ohne Pflege funktioniert das Gesundheitswesen nicht. Obwohl die Pflegepolitik in den vergangenen Jahren einige Meilensteine erreicht hat, wird sich die Brisanz des Themas in den kommenden Jahren noch einmal deutlich verschärfen. Die Pflegeprofis hadern und klagen zunehmend über schlechte Arbeitsbedingungen und den Fachkräftemangel. Das Buch „ Agenda Pflege 2021“ soll deshalb neue, frische Perspektiven auf die Pflege bieten. Auf 200 Seiten thematisieren Experten in zehn Kapiteln verschiedene Konzepte und Zukunftspläne. Herausgeber der Aufsatzsammlung sind Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerates (DPR), und Nadine-Michèle Szepan, Abteilungsleitung Pflege im AOK-Bundesverband.

Die Zukunft der Pflege in neun Analysen  

Wagner selbst berichtet in „Agenda Pflege 2021“ darüber, wie Pflegeeinrichtungen für Pflegeprofis attraktiver werden können. Er setzt sich dafür intensiv mit den Ursachen des Pflegemangels auseinander und präsentiert 14 „Forces of Magnetism“ – sogenannte Magnetkräfte, die Pflegeeinrichtungen als Arbeitgeber besonders attraktiv werden lassen.

Professor Thomas Klie von der Evangelischen Hochschule Freiburg beschäftigt sich in seinem Beitrag mit der Bedeutung von zivilgesellschaftlichem Engagement in der Pflege. Wie viel ist es uns wert und was bedeutet es? Diese Fragen versucht Klie zu beantworten. Die Bilanz mit einem Plus von 0,2 Prozent bei den ehrenamtlich Engagierten ist bisher vergleichsweise ernüchternd. Eines ist dennoch klar: Die Zahl der Pflegefachkräfte sinkt, die Bedeutung der familiären, nachbarschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Unterstützung wächst. Klie setzt auf den Gesetzgeber, um die Bedeutung sozialer Netzwerke zu forcieren.

Ein wichtiges Potenzial in der Pflege ist die geriatrische Rehabilitation. Yvonne Ehmen vom AOK-Bundesverband sowie Antje Schwinger und Chrysanthi Tsiasioti vom Wissenschaftlichen Institut der AOK hinterfragen in ihrem Beitrag die These, ob eine veränderte Finanzierungszuständigkeit für die geriatrische Rehabilitation das Rehabilitationspotenzial bei Pflegebedürftigen besser ausschöpfen könnte. Was sind im Sinne der Pflegebedürftigkeit die richtigen Lösungskonzepte? Und wie können rehabilitative Maßnahmen verstärkt in den Pflegeprozess integriert werden? „Agenda Pflege 2021“ bietet eine Antwort auf diese und weitere drängende Fragen.

Klar und strukturiert

In insgesamt zehn Kapiteln von "Agenda Pflege 2021" kommen Experten aus Wissenschaft, Pflegeverbänden sowie gesetzlicher Kranken- und Pflegeversicherung zu Wort. Sie zeigen klar und strukturiert auf, wie sich die Qualität der Pflege weiter erhöhen, Unterstützungspotenziale ausbauen, Fehlanreize vermeiden und Arbeitsbedingungen von Pflegekräften verbessern lassen.

© hcm-magazin.de 2018 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen