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Diabetesmanagement via Telemedizin Ein Teilnehmerbericht zu „100 Tage, 100 Chancen“

Auf der vergangenen Medica 2017 stellte Bernd Altpeter, Gründer und CEO des Deutschen Institutes für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG), die Aktion vor. Jetzt kommt einer der ausgelosten Teilnehmer zu Wort und zieht ein Resümeé zum digitalen Krankheitsmanagement.

Mit der Aktion „100 Tage, 100 Chancen“ , die im vergangenen Jahr auf der Medica vorgestellt wurde, bekamen Typ-2-Diabetiker die Chance, kostenlos an dem telemedizinischen Lebensstil-Interventionsprogramm des Deutschen Instituts für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG) teilzunehmen, um mithilfe eines persönlichen Gesundheitscoaches ihr Gewicht und den HbA1c-Wert zu reduzieren. Karl Hummitzsch (70), seit Juli 2017 Diabetiker, ist einer der ausgelosten Teilnehmer. Von November 2017 bis Juni 2018 hat er sein Gewicht von 88 kg auf 77 kg und seinen Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) von 6,6 Prozent auf 5,4 Prozent reduziert. Jetzt resümiert er die 100 Tage.

Wie haben Sie von der Aktion „100 Tage, 100 Chancen“ erfahren?

Hummitzsch: Durch den Newsletter der Ärzte-Zeitung.

Wie hat sich Ihr Tagesablauf bis heute geändert?

Hummitzsch: Ich reise viel durch die Welt. Den Sport habe ich aus persönlichen Gründen in den letzten Jahren zurückgestellt. Heute habe ich mir Freiräume für Bewegung und Essenszubereitung geschaffen. Das konnte ich in Thailand gut umsetzen, weil das Essen leichter zuzubereiten ist. In Deutschland hingegen muss ich die lebenslangen Essgewohnheiten umstellen.

Wie werden Sie Ihren Lebensstil ohne Coach beibehalten?

Hummitzsch: Wenn ich meine alten Essgewohnheiten ohne nachzudenken zu neuen gemacht habe, bin ich am Ziel. Das ist noch ein Stück Arbeit, aber ich halte durch. Mich stärkt zu wissen, wofür und warum ich es mache und das gibt mir Selbstsicherheit, die mir im Coaching des DITG vermittelt wurde.

Würden Sie das Programm gerne noch über 100 Tage fortführen?

Hummitzsch: Diese Betreuung für Menschen mit Diabetes ist die Lösung für Milliarden Betroffene weltweit, der erste Schritt in Richtung Gesundheit. Ich wünsche mir diese „Onlinebegleitung“ z.B. alle sechs Monate für jeweils 14 Tage fortzusetzen. Dann müssten die Diabeteszentren weniger leisten und die Ärzte würden entlastet. Ein persönlicher Umgang findet beim Arzt nämlich nicht wirklich statt. Grund dafür sind die langen Wartezeiten. Ich sehe im Programm des DITG noch die einzig effektive Möglichkeit, Millionen vernachlässigten Diabetikern den Absturz in schwere Schicksale zu ersparen.

Hätten Sie die Lebensstiländerung auch alleine umsetzen können?

Hummitzsch: Definitiv nicht. Nach der Bekanntgabe der Diagnose hatte ich ein fünfzehnminütiges Gespräch mit dem Arzt, danach wurde ich mit meinem Schock alleine gelassen. Auch beim Diabeteszentrum musste ich lange auf einen Termin warten. Trotz hoher Erwartungen hinsichtlich der Aufklärung fanden ein unpersönliches Arztgespräch, eine Untersuchung für statistische Erhebungen und ein Schulungstermin statt. Keiner fragte mich nach meinem Befinden – wieso auch? Das war ja bekannt.

Welches Fazit geben Sie dem Projekt?

Hummitzsch: Zum Zeitpunkt der Bewerbung hatte ich das Dilemma für Diabetiker schon erkannt. Wäre keine Zusage gekommen, hätte sich die Traurigkeit eingestellt. Es ist nicht nur die sachlich richtige Lösung, es gibt auch keine Alternativen für mehr als zehn Prozent der Bevölkerung. Die politischen Redner nehmen weitere hunderttausende Diabetiker billigend in Kauf. Fast alle europäischen Staaten haben dieser Volkskrankheit den Kampf angesagt, Deutschland nicht. Es ist Eile geboten! Ich bin einer von wenigen, der die Kompetenz der Diabetescoaches und die Umsetzung des Programms des DITG erleben durfte und habe sie schätzen gelernt. Dadurch hat mich der neue Lebensstil überzeugt.

Das Interview führte Anne Fischer, PR-Managerin des DITG.

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