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Interview mit Prof. Bernd Reuschenbach Ein interprofessionelles Verständnis von Versorgung

Die Katholische Stiftungsfachhochschule München war bei der Einführung des Diplomstudiengangs Pflege­management 1995 in der bayernweiten Hochschullandschaft Vorreiter. Jetzt setzt sie erneut Akzente. Seit dem Sommersemester 2015 gibt es nun den ersten Masterstudiengang „Pflegewissenschaft: Innovative Versorgungskonzepte“ in Bayern.

Topic channels: XHealthcare Management und Versorgungsforschung

Die Katholische Stiftungsfachhochschule München (KSFH) ist eine staatlich anerkannte Hochschule in kirchlicher Trägerschaft. Seit dem Sommersemester 2015 bietet sie den ersten Masterstudiengang „Pflegewissenschaft: Innovative Versorgungskonzepte“ in Bayern an. HCM sprach mit Prof. Bernd Reuschenbach, der den neuen Studiengang leitet.

HCM: Herr Prof. Reuschenbach, Sie leiten den neuen Masterstudiengang an der KSFH. Dieser ist im Bereich der Pflegewissenschaft in Bayern einzigartig. Was zeichnet den Studiengang aus?

Reuschenbach: Bisher mussten bayerische Studierende, die einen pflegewissenschaftlichen Master machen wollten, in andere Bundesländer oder ins Ausland gehen.Nun ist das auch in Bayern möglich. Das ist dringend notwendig, denn es fehlt an Wissenschaftlern und Lehrenden an den bayerischen Hochschulen mit diesem Schwerpunkt und an einer Beteiligung von Pflegewissenschaftlern in der Gesundheits- und Versorgungsforschung.

Eine Besonderheit ist, dass dieser Studiengang ein Teilzeitstudiengang ist und deshalb vier Semester dauert. Ein weiteres Kennzeichen – typisch für eine Hochschule für angewandte Wissenschaft – sind vielfältige Pflichtpraktika als Teil des Studiums.

HCM: Thematisch fokussiert werden in dem Studiengang innovative Versorgungskonzepte. Worin ist diese Fokussierung begründet?

Reuschenbach: Vielfältige Empfehlungen, beispielsweise vom Sachverständigenrat Gesundheit, betonen, dass wir die jetzigen und zukünftigen Versorgungsanforderungen nur lösen können, wenn wir in vielen Bereichen neue Wege gehen. Das bedeutet, dass die Zuständigkeiten zwischen den Professionen zu überdenken sind, dass die Nutzerperspektive gestärkt werden muss, technische Neuerungen eingebunden werden müssen und dass pflegewissenschaftliche Erkenntnisse in allen Versorgungssektoren verstärkt berücksichtigt werden sollten. Im Studiengang werden die Studierenden dazu befähigt, entsprechende Innovationen zu entwickeln, zu implementieren und zu evaluieren.

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