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Marktübersicht: Bodenbeläge Ein Hauch von Holz

Auch ein Grund dafür, warum sich die Uniklinik Köln für einen Holzoptikboden als Teil ihres Gestaltungskonzeptes entschied. Dieses wurde von der Architekturabteilung der medfacilities in einer langen Planungsphase gemeinsam mit dem Vorstand der Klinik entwickelt: „Dabei haben wir uns gefragt, wie wir Raumklima, Fassade usw. verbessern können, und haben ein Konzept entwickelt, das nicht nur den passenden Boden enthielt, sondern auch Wandfliesen, Tische, Farben und Oberflächen umfasste“, erläutert Schugt. Dass das atmosphärische Gesamtwirken bei der Auswahl des Bodens von großer Bedeutung ist, bestätigt auch Leydecker: „Das gesamte Konzept muss rund sein, damit der Patient sich wohlfühlt. So sollte man sich vorher darüber Gedanken machen, ob es z.B. zum Corporate Design des Hauses passen sollte.“ Hinsichtlich des Bodens sollte man v.a. darauf achten, dass sich dieser auch in Zukunft flexibel mit unterschiedlichem Interieur kombinieren lässt. Einen alten, eigentlich noch intakten Boden auszutauschen, nur weil er nicht zum restlichen Design passt, wäre nicht umweltfreundlich und würde viel Mühe machen und Geld kosten.

Aber auch Nachhaltigkeit und Abrechnungsfähigkeit seien wichtige Aspekte, über die sich Gesundheitseinrichtungen im Voraus Gedanken machen sollten: „Letztlich ist es immer ein Balanceakt zwischen Wohlfühlatmosphäre, Hygiene und natürlich der Wirtschaftlichkeit“, fasst die Innenarchitektin zusammen.

Kleber beeinflusst Raumluft

Zum passenden Bodenbelag gehört der richtige Kleber, denn dieser kann Einfluss auf die Raumluft haben: „Kleber können Zusatzstoffe enthalten, die in die Luft abgegeben werden und gesundheitsgefährdend sind“, sagt Leydecker. Ihr Tipp: Den Hersteller fragen. „Oft empfehlen sie bereits den geeigneten Kleber zum jeweiligen Boden. Wer sich ggf. für einen selbstklebenden Boden entscheidet, spart außerdem Zeit, da sich die Ausfallzeiten beim Verlegen verringern.“ Auch die Ausführungsqualität spiele eine große Rolle: „Es braucht einen guten Handwerker“, betont Leydecker. Um hier auf der sicheren Seite zu stehen, ließ die Uniklinik Köln von ihrem Architektenteam einen exakten Verlegungsplan erstellen, um dem zukünftigen Bodenleger genauste Vorgaben machen zu können.

Neben der sorgfältigen Verlegung ist aber auch die korrekte Pflege des Bodens wichtig. Um die Hygieneeigenschaften zu prüfen, hat Schugt eine Probe des Bodenbelags mehreren Reinigungstests unterzogen: „Dazu haben wir uns z.B. aus der Apotheke Medizin geholt, die üblicherweise Flecken verursacht und geschaut, wie der Boden damit zurechtkommt“, erzählt der Projektleiter. Insgesamt habe die richtige bzw. falsche Pflege enormen Einfluss auf die Lebensdauer des Bodens: „In Gesundheitseinrichtungen gibt es oftmals keine saubere Reinigungsstruktur und die verschiedenen Beläge werden alle gleich gepflegt. Damit der jeweilige Boden aber lange genutzt werden kann, ist es unbedingt notwendig, die Reinigungshinweise des Herstellers genau zu beachten“, sagt Leydecker. In der Uniklinik Köln wurde dafür eine Abnahme durch die medfacilities gemeinsam mit der Reinigungsgesellschaft der Klinik durchgeführt.

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