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Verband digitale Gesundheit Ein Fazit zum Parlamentarischen Abend

„Krankenversicherung 4.0 - Chancen und Risiken der Digitalisierung“ lautete das Motto des ersten Parlamentarischen Abends des Verbandes digitale Gesundheit am 21. Februar. Mit dabei war auch Tino Sorge, der Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion für Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Themenseite: Digitalisierung

Wie können Versorgungsprozesse mit einem digitalen Gesundheitswesen optimiert, bestehende Strukturen effizienter gestaltet und den Patienten ein Mehrwert in der Versorgung geboten werden? Welche offenen Fragen existieren, welche Rahmenbedingungen müssen von der Politik geschaffen werden? Diese Fragen wurden auf dem ersten Parlamentarischen Abend des Verbandes digitale Gesundheit (VdigG) am 21. Februar in Berlin diskutiert.

Peter Kaetsch, Vorstandsvorsitzender BIG direkt gesund, betonte in seinem Vortrag, dass sich viele Kassen schwer mit der Entwicklung oder Adaption digitaler Innovationen täten. Es existierten nur wenige Digital-Health-Produkte, die von den Kassen oder in der Regelversorgung übernommen würden. Zugleich würden Versicherten, Kassen und die Politik evidenzbasierte Empfehlungen im Bereich digitaler Anwendungen vermissen. Daher solle Evidenzgenerierung im Echtbetrieb für Digital-Health-Anbieter über Pilotprojekte erfolgen. Krankenkassen könnten als Partner von Startups fungieren und somit könnte die Marktfähigkeit digitaler Anwendungen getestet und hergestellt werden, dass Innovationen für die GKV schneller auf den Weg gebracht werden könnten. Hier gelte laut Kaetsch: „Der Wettbewerbsgedanke muss dem Kooperationsgedanken weichen.“

Christian Hälker, Geschäftsführer PKV-Verband, ging auf die Erwartungen der Versicherten ein: Hierzu gehörten die bestmögliche Versorgung, ein hohes Service-Niveau, Omnichannel-Kommunikation, die mobile Verfügbarkeit sämtlicher Dienstleistungen zu jedem Zeitpunkt sowie die Verfügbarkeit von Echtzeitdaten, die heute gefordert seien: „Keiner will alte Daten.“ Dabei sei die Innovationskraft der Krankenversicherer in der Vergangenheit zurückhaltender als die von Amazon, Google & Co. gewesen, doch die Ansätze würden auch im Gesundheitswesen mehr und mehr übernommen und dieses ändern. Allerdings dürfe hier keine Angst bestehen, etwa beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz: „Zukünftig wird KI für den Arzt unabdingbar sein, ihn aber nicht ersetzen“, so Hälker. Er betonte: Die Digitalisierung sensibler Daten sei keine Revolution, sondern biete Chancen für eine bessere Zukunft.

Tino Sorge: „Wo Chancen sind, kann auch mal etwas schief gehen“

Tino Sorge, Bundestagsabgeordneter und Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion für Digitalisierung im Gesundheitswesen, wies auf rechtliche Unsicherheiten im Rahmen offener Haftungsfragen bei digitalen Anwendungen hin. Er beklagte weiterhin einen „kompetitiven Umgang“ in der Selbstverwaltung in der Vergangenheit bei Diskussionen um die Digitalisierung und mahnte, dass Digitalisierung nicht im Rahmen von Insellösungen erfolgen dürfe. Diesen „gordischen Knoten“ gelte es zu zerschlagen. Daher sei es besonders schade, dass im Rahmen der neuen Großen Koalition kein Digitalisierungsministerium im geplant sei, das hier eine ressortübergreifend koordinierende Funktion übernehmen könne. Darüber hinaus wünscht sich Sorge, dass die Angst vor Risiken der Digitalisierung abgebaut wird. „Das sind Chancen – und wo Chancen sind, kann eben auch mal etwas schief gehen“, schloss er.

Dies war auch der Tenor in der darauffolgenden Diskussion: Die Chancen der Digitalisierung im Gesundheitswesen überwiegen die Risiken, weshalb diese weiter vorangetrieben werden soll. Dies ist auch das Ziel des Verbands digitale Gesundheit e.V. – ein Schritt auf dem Weg dorthin bildet die XPOMET Convention für Innovation und Hightech in der Medizin, deren Co-Host der VdigG ist. Hier kommen Entscheider aus dem Gesundheitswesen von Politik bis Industrie zusammen, um Lösungen für die Fragestellungen des Healthcarebereichs zu finden.

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