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Immobile Patienten Drohnen für mehr Lebensqualität

Drohnen mit VR-Anwendungen könnten zukünftig nicht nur den Mobilitätsradius ortsfixierter Personen erweitern, sondern auch deren Lebensqualität maßgeblich steigern. Grundlegende Forschungsergebnisse dazu liefert eine Masterthesis, die auf dem 11. Österreichischen Gesundheitskongress im März 2019 in Wien ausgezeichnet wurde.

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Der Einsatz von virtueller Realität (VR) in Verbindung mit Drohnen hat im Gesundheitssektor zwar aktuell ein hohes Maß an Weiterentwicklungspotenzial, doch der Bereich ist noch weitestgehend unerforscht. Vor allem im Zusammenhang mit der Therapie bzw. Versorgung von Menschen, die an einer kompletten Querschnittslähmung leiden. Hier können Drohnen gemeinsam mit VR als Mobilitätsbehelf eingesetzt werden und dabei unterstützen, das Leben der Patienten zu verbessern.

Um diese Annahme zu verfizieren, wurde im Rahmen einer Masterarbeit ein Feldversuch mit nichtbewegungseingeschränkten Personen durch Simulation einer Ortsfixierung durchgeführt. Die Testpersonen sollten die Handhabung einer Drohne über eine Steuerkonsole in Kombination mit einer VR-Brille zur Live-Bildübertragung testen. Ihre Lebensqualität wurde anhand des Fragebogens „World Health Organization Quality of Life-BREF“ vor und nach dem Experiment erhoben, die Werte entsprechend miteinander verglichen. Durch Miteinbeziehung eines systematischen Literaturreviews zur Lebenssituation von immobilien Patienten wurden die Resultate des Versuches auf Menschen mit Querschnittlähmung übertragen.

Das Gefühl von Freiheit herstellen

Die so entstandenen Erkenntnisse zeigen, dass der VR-Drohneneinsatz die Lebensqualität positiv beeinflussen kann. Allerdings: Nur in dem Ausmaß, in dem die resultierende Mobilitätssteigerung im Leben der Betroffenen gewichtet ist. Es hat sich herausgestellt, dass ortsfixierte Personen ein gewisses Maß an Freiheit und das Gefühl von freier, eigenständiger Bewegung vermittelt bekommen. Durch den Einsatz von Drohnen in Kombination mit VR können der Mobilitätsradius erweitert, Barrieren überwunden und sogar soziale Kontakte – z.B. durch Integration von Mikrofon – aufrechterhalten werden. Alles Faktoren, die bei vielen immobilen Personen sehr stark gewichtet sind und im Umkehrschluss bei Verbesserung die Gesamtlebensqualität maßgeblich positiv beeinflussen können. Dementsprechend groß wird im Ergebnis der Masterthesis das Zukunftspotenzial von Drohnen und VR als Mobilitätsbehelf immobiler Personen eingeschätzt.

Es ist für Wissenschaft und Technik also von enormer Bedeutung, diesen neuen Ansatz auch in Zukunft weiterzuverfolgen, die neuen Entwicklungen und Verbesserungen im Bereich der Technologie zu nutzen und zusätzliche Studien diesbezüglich durchzuführen.

Verbesserung trotz negativer Prognose

Auch wenn komplette Querschnittslähmungen nach aktuellem Stand nicht heilbar sind, so hat die Analyse gezeigt, dass es neue Wege gibt, die eigenständige Mobilität von immobilen Patienten zu steigern und damit deren Lebensqualität positiv zu beeinflussen.

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