Politik -

DKG: Mehr Sicherheit erfordert mehr Personal

Die Zahl der Behandlungsfälle steigt, gleichzeitig sinkt die Zahl der nachgewiesenen Behandlungsfehler. Das geht zumindest aus der Behandlungsfehlerstatistik der Bundesärztekammer (BÄK) hervor. Trotzdem fordert die Deutsche Krankenhausgesellschaft von der Politik Taten.

Im Jahr 2013 fürchteten 12.173 Patienten, Opfer eines Behandlungsfehlers zu sein. Sie wandten sich deshalb an die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärzteschaft. Das geht aus der Behandlungsfehlerstatistik hervor, die die Bundesärztekammer (BÄK) heute in Berlin vorlegte.

Die zuständigen Stellen haben im vergangenen Jahr insgesamt 7.922 Fälle mutmaßlicher Behandlungsfehler geprüft. Allerdings konnte in vielen Fällen der Verdacht nicht bestätigt werden. Ein Behandlungsfehler konnte nur in der 2.243 Fälle nachgewiesen werden. Damit sank die Zahl im Vergleich zum Vorjahr. Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen hatten im Jahr 2012 noch 2.280 Behandlungsfehler festgestellt.

Weniger Behandlungsfehler trotz steigender Behandlungsfälle

"Jeder Fehler ist einer zu viel", sagt Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Allerdings seien in keinem Gesundheitssystem der Welt, Fehler gänzlich zu vermeiden. Angesichts der aktuellen Zahlen der Behandlungsfehlerstatistik zeigte er sich erfreut darüber, dass die Zahl der erwiesenen Behandlungsfehler trotz steigender Behandlungsfälle zurückgegangen ist.

Auch mache die Analyse deutlich, so Baum weiter, dass nicht alles, was zunächst als Fehler eingeschätzt werde, tatsächliche Behandlungsfehler seien. Die Komplexität medizinischer Behandlungen müsse berücksichtigt werden.

In den aktuellen Zahlen sieht der Hauptgeschäftsführer eine Bestätigung dafür, dass die vielfältigen Maßnahmen der Krankenhäuser für Patientensicherheit und zur gezielten Fehlervermeidung wirkten. Es gelte insbesondere menschliches Versagen durch die Installierung von Prüf- und Regelungsmechanismen einschließlich Fehleranalyse so weit wie möglich entgegenzuwirken.

Baum fordert Investitionen von Bund und Ländern

Allerdings betonte Baum, dass mehr Qualität und Sicherheit auch mehr personelle und investive Ressourcen in den Kliniken erforderlich mache. Deshalb forderte der DKG-Hauptgeschäftsführer: "Bund und Länder müssen durch Ausfinanzierung des benötigen Personals und durch die Bereitstellung von Investitionsmitteln den Kliniken zu einer Qualität und Sicherheit fördernden Infrastruktur verhelfen. Nur fordern reicht nicht. Patientensicherheit ist Gemeinschaftsaufgabe."

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