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Intermediate-Care-Stationen DIVI gibt Empfehlung für die Ausstattung von IMC

Krankenhäuser setzen vermehrt auf Intermediate-Care-Stationen. Die Ausstattung dieser variiert allerdings, da es keine übergreifende Empfehlung für die Einrichtung gibt. Das ändert sich jetzt, denn die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin hat jetzt ein umfassendes Empfehlungspapier dazu vorgelegt.

Themenseite: Patientensicherheit

In deutschen Krankenhäusern werden immer mehr Intermediate Care-Stationen (IMC) eingerichtet. Aber: Bis heute finden Kliniken keine klaren, bereichsübergreifenden Empfehlungen für die Einrichtung einer solchen Station. Diese Lücke hat eine Arbeitsgruppe der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI) nunmehr geschlossen. In den fachübergreifenden Empfehlungen zu Ausstattung und Struktur einer IMC wurden Maßgaben aus zahlreichen europäischen Ländern sowie medizinischen Teilbereichen aufgenommen, zusammengeführt, an deutsche Verhältnisse angepasst und ergänzt. Damit wurde erstmals ein umfassendes evidenz- und expertenbasiertes Empfehlungspapier für die Einrichtung und den Betrieb von IMCs in Deutschland publiziert – der Download ist über die Webseite der DIVI möglich.

„Die vorliegenden IMC-Empfehlungen geben Medizinern nicht nur eindeutige Kriterien für die Einrichtung von Intermediate Care-Stationen an die Hand, sondern bieten auch Orientierung darüber, wann ein Patient in welcher Stationsform untergebracht werden sollte“, kommentiert der Mitverfasser Prof. Dr. Christian Waydhas, Oberarzt an der Chirurgischen Universitätsklinik und Poliklinik am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum. Der korrespondierende Autor der neuen Publikation gehörte bereits zu den Autoren der 2010 von der DIVI veröffentlichten Empfehlungen zur Struktur und Ausstattung von Intensivtherapiestationen. Wie schon damals umfasst die Autorengruppe auch beim IMC-Papier Vertreter aus den fünf Fachrichtungen Anästhesie, Chirurgie, Innere Medizin, Neuromedizin, Pädiatrie sowie der Pflege. Zusätzlich wurde ein baulicher Fachberater hinzugezogen.

Personelle Planung als zentrale Herausforderung

„Während die räumliche und apparative Ausstattung oftmals gut gelöst werden kann, stellt v.a. die Frage nach dem personellen Betreuungsaufwand von Patienten in der IMC eine zentrale Herausforderung für Krankenhäuser dar“, führt Waydhas aus. „Deshalb haben wir der fundierten Beantwortung dieser Fragestellung besonderes Gewicht beigemessen.“ Die abgesicherte Empfehlung lautet: Eine Pflegekraft betreut je vier Patienten in der Intermediate Care-Station – wobei bei besonderen Krankheitsbildern oder höherem Therapieaufwand auch eine höhere Pflegepräsenz erforderlich wird. Der empfohlene Schlüssel von 1:4 erleichtert nun aber die verantwortungsvolle personelle Planung aus ökonomischer und medizinischer Perspektive gleichermaßen.

Es gibt zwei Varianten der DIVI IMC-Empfehlungen 2017: die Kurzversion mit 20 Seiten der schnellen Übersicht und allgemeinen Orientierung und die ausdrücklich empfohlene
Langversion mit 49 Seiten. Darin sind Erläuterungen, diskutierte Argumentationen sowie detaillierte und erweiterte Darstellungen berücksichtigt, die auf die konkrete Situation eines betreffenden Krankenhauses angewendet werden können.

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