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Studie der Evangelischen Bank Digitalisierungsvorhaben scheitern an der Finanzierung

Viele Krankenhäuser sehen sich bei der Finanzierung von Digitalisierungsprojekten von den Banken nicht ausreichend unterstützt. Das geht aus einer aktuellen Studie der Evangelischen Bank hervor, bei der im Frühjahr 2017 mehr als 50 Kliniken und Krankenhäuser befragt wurden. 84 Prozent der befragten Einrichtungen erklären, dass Digitalisierungsvorhaben bislang schwer zu finanzieren seien.

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Die Evangelische Bank hat bereits zum zweiten Mal bei rund 50 Kliniken in Deutschland eine Umfrage zur Krankenhausfinanzierung gemacht. „Die Ergebnisse erwecken den Eindruck, dass Banken und Krankenhäuser beim Thema Digitalisierung noch in verschiedenen Welten leben“, erklärt Christian Ferchland, Vorstandsmitglied und Gesundheitsmarktexperte bei der Evangelischen Bank. Mit Blick auf die elektronische Patientenakte, Telemedizin und modernste Softwarelösungen werden in der Gesundheitswirtschaft in den kommenden Jahren Millioneninvestitionen anstehen. Für Krankenhäuser sind diese dringend notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Doch das scheinen die Banken zumindest laut den Studienauswertungen noch nicht auf dem Schirm zu haben.

Es fehlt an speziellen Finanzierungsangeboten

Obwohl beide Seiten Digitalisierungsprojekte wie elektronische Patientenakten und Telemedizin für einen der bedeutendsten Erfolgsfaktoren in der Gesundheitsbranche halten, bestehen Finanzierungs- und Informationsdefizite. So sei das Angebot der Banken an speziell auf die Digitalisierung im Gesundheitswesen ausgerichteten Finanzprodukten noch sehr gering. Gewährt werden nach wie vor größtenteils Immobilienkredite. Laut den Banken liegt das auch an der mangelnden Nachfrage der Krankenhäuser. Zu diesen auf den ersten Blick widersprüchlichen Angaben erklärt Finanzierungs- und Gesundheitsmarktexperte Ferchland: „Die Krankenhäuser stoßen sich bei der Finanzierung von Digitalisierungsprojekten oftmals an der Höhe der geforderten Zinsen.“ Diese seien jedoch zwangsläufig höher als bei der klassischen Immobilienfinanzierung, da für die Bank ein sehr viel höheres Risiko bestehe. Den Krankenhäusern müsse klar sein, dass es sich hierbei um eine Unternehmensfinanzierung handele. Wichtig sei es zudem, die Verwaltungsleiter über alternative Finanzierungsformen wie Anleihen oder Schuldscheindarlehen zu informieren. Bislang werden derartige Finanzprodukte von den Krankenhäusern so gut wie gar nicht in Anspruch genommen. Noch dazu kennen sich die befragten Experten laut der Studie nur wenig mit Produkten wie Finanzderivaten, Crowdfunding, Schuldscheindarlehen und Mezzanine-Finanzierung aus. Auch für die Zukunft messen die Verantwortlichen in den Krankenhäusern diesen Produkten kaum Bedeutung bei.

Kaum digitale Bankprodukte

Ebenso ist beim Angebot digitaler Bankprodukte für Krankenhäuser laut der Studie bislang nur wenig Fortschritt zu verzeichnen. So beschränke sich das Angebot der Banken im Wesentlichen auf Produkte, die eher aus dem Privatkundenbereich bekannt sind, darunter Onlinebanking und digitale Bankingapps. Intensiv genutzt wird von den Krankenhäusern lediglich das Onlinebanking. 27 Prozent nutzen zudem ein digitales Postfach, 25 Prozent auch digitale Zahlungsdienste wie PayPal oder PayDirekt. Für die Zukunft halten die Krankenhäuser digitale Bankingdienstleistungen jedoch für wichtig. Besonderen Wert legen sie auf

  • ein digitales, betriebswirtschaftliches Kundencockpit,
  • eine digitale Finanzplanung oder
  • eine digitale Anlageberatung.

Zwei Drittel der Befragten sind der Meinung, dass die Digitalisierung die Qualität der Bankdienstleistungen erhöht.

Banken erwarten besseren Informationsfluss

Die Banken hingegen erhoffen sich, dass sie mit fortschreitender Digitalisierung die von ihnen benötigten Unterlagen der Krankenhäuser schneller und effizienter erhalten, weil bisherige Schnittstellen wegfallen. Auch rechnen sie mit einer Verbesserung der Qualität, da die Digitalisierung eine einheitliche Form der Datenbereitstellung und damit eine erhöhte Transparenz ermöglicht.

Im Vergleich zur Vorjahresstudie zur Krankenhausfinanzierung zeigen sich die Banken zufriedener mit der Aufbereitung und der Struktur der Informationen, die sie von den Kliniken bekommen. Das gilt allerdings nur eingeschränkt für die Plandaten der Einrichtungen, diese würden sie nur selten und in eher schlechter Qualität erhalten. „Gerade die Plandaten sind jedoch zur Gewährung von Unternehmenskrediten besonders wichtig. Denn bei diesen gilt es, den künftigen Geschäftserfolg des Krankenhauses zu bewerten“, so Ferchland.

Es braucht ein gemeinsames Verständnis

Die Ergebnisse der Studien haben laut einer entsprechenden Pressemitteilung der Evangelischen Bank gezeigt, dass Banken ohne ein gemeinsames Verständnis von den dringend notwendigen Investitionen unter Umständen lukrative Geschäftskunden verlieren könnten. Für die Krankenhäuser könnten die Folgen noch gravierender ausfallen: Ihnen drohe der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit.

Über die Studie

An der Studie zur Krankenhausfinanzierung, die im Frühjahr und Sommer 2017 durchgeführt wurde, haben 51 Krankenhäuser und ausgewählte Bankexperten teilgenommen. Themen waren

  • die Rolle der Banken bei der digitalen Transformation der Krankenhäuser,
  • das Angebot digitaler Bankprodukte sowie
  • der Informationsaustausch zwischen den Finanz- und Gesundheitsakteuren.
Weitere Informationen unter www.eb.de

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