Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) Digitalisierung soll sich an Versorgung orientieren

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Die KBV hat in einem sechsseitigen Positionspapier ihre Erwartungen an die neue Bundesregierung formuliert. Sie fordert unter anderem ein Umdenken beim Thema Digitalisierung.

KBV, Positionspapier
Erwartungen des KBV an die neue Bundesregierung: unter anderem Umdenken bei Digitalisierung und Anpassen von Versorgungsstrukturen. – © ipopba (stock.adobe.com)

Mit elektronischer Patientenakte, E-Rezept, elektronischem Heilberufsausweis, dem Ausbau der Telematikinfrastruktur und Digitalen Gesundheitsanwendungen laufen derzeit mehrere große Digitalisierungsprojekte. Die Niedergelassenen stünden der Digitalisierung offen gegenüber, solange sie einen Mehrwert für die Patienten bringe. Bei den aktuellen Projekten sei dies aber „kaum der Fall“.

KBV fordert dreistufigen Prozess

Die neue Bundesregierung soll sich zukünftig an einem dreistufigen Prozess orientieren:

  1. Welche Versorgungsprozesse bedürfen einer Verbesserung?
  2. Lassen sich diese Verbesserungen mit digitalen Mitteln bewerkstelligen?
  3. Welche digitale Lösung bietet die effektivste und effizienteste Passgenauigkeit?

„Nur so können Fehlentwicklungen zukünftig vermieden werden, die derzeit durch die Fixierung auf technologische statt prozeduraler Aspekte entstehen und so den Praxis- und Behandlungsablauf verkomplizieren.“ 

Versorgungsstrukturen bedarfsgerecht anpassen

Der Bedarf an ambulanter medizinischer Versorgung wachse stetig. Darum fordert die KBV eine Steuerung des derzeit unkoordinierten Zugangs. Damit soll es gelingen, Patienten unmittelbar in die richtige Versorgungsebene oder zur passenden Fachgruppe zu navigieren. Darüber hinaus müssten die Versorgungsstrukturen bedarfsgerecht angepasst werden: „Die Medizin wird ambulanter – immer mehr Krankheiten, die bisher stationär behandelt werden mussten, können jetzt ambulant versorgt werden.“ Darum sollten ambulante Versorgungsangebote ausgebaut werden, was wiederum zu einer Entlastung der Kliniken von eigentlich ambulant leistbaren Behandlungen führe.

Des Weiteren erhoffen sich die Kassenärzte in der kommenden Legislatur eine einheitliche Regelung zur Erst- und Notfallversorgung an der Schnittstelle zum Krankenhaus. Die Schaffung eines dritten Sektors „mit neuen Schnittstellenproblemen“ lehnen sie jedoch ab.

Das Positionspapier kann hier heruntergeladen werden.