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bonmedi Dieses Bewertungsportal vergleicht Krankenhäuser

Das Vergleichsportal bonmedi will Patienten künftig an die für sie perfekte Klinik vermitteln. Eine missglückte OP im Familienkreis machte Ralf Gresselmeyer zum Startup-Gründer. Auch Versicherungen wittern Vorteile und wollen nun mit dem Hamburger kooperieren.

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 "Vor vier Jahren musste bei einem Familienmitglied eine Schulter-OP durchführen werden. Wir waren komplett ratlos, welches Krankenhaus das Beste für diese Operation sein würde. Leider missglückte diese OP und es wurde weitere dreimal operiert", so Ralf Gresselmeyer über die Beweggründe für das von ihm gegründete Krankenhaus-Vergleichsportal bonmedi.

Qualitative Unterschiede bei Krankenhäusern

Knapp neun Millionen Menschen in Deutschland stehen vor dem gleichen Problem, wie Gresselmeyer damals. Eine Operation ist für viele ein bedrohliches Ereignis und Krankenhaus ist nicht gleich Krankenhaus. Ein weiteres Beispiel liefert die Hüft-Endoprothese. Knapp 300.000 Operationen werden jährlich in Deutschland durchgeführt. Einige Krankenhäuser operieren über 3.000 Mal im Jahr, das bedeutet circa zehn Mal pro Tag, andere Kranken nur ein mal pro Woche oder noch weniger. Da müsse die Qualität laut Gresselmeyer zwangsläufig unterschiedlich sein.

Die Ansicht des 46-Jährigen bestätigt auch eine Studie des Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO): "Qualitätssicherung mit Routinedaten für das Jahr 2018". Demnach ist die Revisionsrate, d.h. die notwendige zweite Operation innerhalb eines Jahres, bei einer Hüft-TEP bei Coxarthrose bei den 25 Prozent schlechteren Krankenhäuser mit 4,2 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei den 25 Prozent besten Krankenhaus mit 1,5 Prozent.

Wie sich die Bewertung zusammensetzt

Das Vergleichsportal bereitet daher eine Vielzahl von Datenquellen auf und stellt sie dem Nutzer leicht verständlich zur Verfügung. Die verschiedenen Quellen die bonmedi für das Ranking nutzt, lassen sich in fünf Hauptkategorien zusammenfassen, die unterschiedlich hoch gewichtet werden:

  • Qualitätsindikatoren
  • Fallzahlen
  • Expertenrat von Medizinern und Pflegern
  • Patientenempfehlungen
  • Zertifikate/Qualitätsmanagement

Zusätzlich berücksichtigt bonmedi die gesundheitliche Situation des Patienten, beispielsweise Nebenerkrankungen oder auch persönliche Wünsche wie ein Ein-Bett-Zimmer. Der Patient wird über ein einfach zu handhabendes Abfragemodul, unter Berücksichtigung aller Nebenerkrankungen befragt. Auf der Suchergebnisseite kann der Patient noch individuelle Angaben machen. Zum Beispiel zum Alter, Geschlecht, möglichen Nebenerkrankungen oder seiner Art der Versicherung.

OP-Termin direkt anfragen

Als Ergebnis präsentiert bonmedi dem Suchenden anschließend eine Liste von Krankenhäusern die nach Kriterien wie Anzahl der durchgeführten Operationen für die entsprechende Behandlung, verfügbaren Qualitätsindikatoren wie Komplikations- oder Sterberate, Expertenrat von Ärzten und Pflegekräften, Patientenbewertungen sowie Zertifizierungen und Qualitätsmanagement. Mit wenigen Klicks lassen sich weitere Informationen zur jeweiligen Klinik aufrufen. Auf Wunsch kann der Nutzer auch unverbindlich und kostenfrei einen Wunschtermin bei der ausgewählten Klinik via bonmedi anfragen.

Versicherungen wollen kooperieren

Auch die Versicherungsbranche hat bereits bei Gresselmeyer angeklopft, um über mögliche Kooperationen zu sprechen. Denn Operationen, die in einem qualitativ guten Krankenhaus durchgeführt werden, können Komplikationen und Folgeoperationen reduzieren. Damit geht eine Kostensenkung einher., trotzdem bleibt das Ziel des bonmedi-Gründers: "Wir möchten dabei helfen, dass jeder Patient das perfekte Krankenhaus für sich findet."

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