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Auf Station Die Zahl der Behandlungsfehler ist gestiegen

2015 gab es mehr Behandlungsfehler – auch im stationären Bereich. Das geht aus der aktuellen Jahresstatistik der Behandlungsfehler-Begutachtung hervor, die der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen veröffentlicht hat.

Themenseite: Patientensicherheit
Die Zahl der Behandlungsfehler ist gestiegen
2015 ist die Zahl der Behandlungsfehler gestiegen. -

In Deutschland gab es 2015 wieder mehr Behandlungsfehler. In jedem vierten Fall (4.064) von insgesamt 14.828 Gutachten wurde der Verdacht eines Behandlungsfehlers bestätigt. Im Jahr davor waren es noch 14.663 Fälle mit 3796 Behandlungsfehlern, wie der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) mitteilt. Dabei entfallen 33,1 Prozent (4.905) aller Fehleranzeigen auf den ambulanten Sektor und 66,9 Prozent (9.899) auf den stationären Bereich – 24 Fälle im Rettungsdienst und Krankentransport seien keinem der beiden Bereiche zuzuordnen, merkt der MDS an. „Eine hohe Zahl an Vorwürfen lässt aber nicht auf eine hohe Zahl von Behandlungsfehlern schließen. Die Zahl spiegelt vielmehr wider, ob ein Patient selbst erkennen kann, ob das Behandlungsergebnis seinen Erwartungen entspricht oder nicht“, sagt Prof. Dr. Astrid Zobel vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen Bayern. Im stationären Sektor wurden in 26,1 Prozent der Fälle Behandlungsfehler bestätigt, so Zobel. Im ambulanten Bereich liege die Zahl mit 29,6 Prozent nur etwas höher, erläutern die MDS-Experten.

Fehler v.a. im OP

Die mit Abstand meisten Behandlungsfehler im stationären Bereich passieren im OP: 6.134 (41 Prozent) bestätigte Vorwürfe gab es hier 2015. Die Normalstation belegt mit 1.596 (11 Prozent) Behandlungsfehlern den zweiten Platz. Auf Kreißsaal und Notaufnahme entfallen jeweils zwei Prozent aller Fehler im stationären Bereich. „Rund die Hälfte der vom MDS erfassten Fehleranzeigen von Patienten wurden verursacht, weil eine notwendige medizinische Maßnahme entweder gar nicht oder zu spät vorgenommen wurde“, erklärt Dr. Max Skorning, Leiter Patientensicherheit beim MDS. Die andere Hälfte beziehe sich auf mangelhaft umgesetzte Behandlungen oder wenig sinnvolle Maßnahmen, so Skorning.

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