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Fachgespräch Die Union will sich für mehr Diabetesprävention einsetzen

Der Diabetesbekämpfung muss mehr Beachtung geschenkt werden. Nötig ist v.a. eine gezieltere und frühere Prävention. Das ist einhelliger Tenor von Politikern und Medizinern eines Fachgesprächs der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Bei regulatorischen Maßnahmen wie Zuckersteuer oder Werbeverbot für Kinderlebensmittel gehen die Meinungen auseinander.

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Die Union will sich für mehr Diabetesprävention einsetzen
Die Union will sich für eine bessere Aufklärung und so für eine effizientere Prävention bei Diabetes einsetzen. Deshalb soll schon verstäkrt im Kindergarten und während der Schwangerschaft gelernt werden,... -

„Diabetes geht uns alle an“, sagt Gitta Connemann (CDU), rund sieben Millionen Menschen in Deutschland litten daran. Deshalb will sich die Union für die Prävention stark machen. Die Erkrankung verursache irreversible Schäden und sei teuer für die Solidargemeinschaft. Die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion spricht von 21 Milliarden Euro, die die medizinische Behandlung von Diabetikern jedes Jahr kostet. Die Forderung der Deutschen Diabetesgesellschaft (DDG) nach einem Werbeverbot und einer Zuckersteuer, die Präsident Prof. Baptist Gallwitz im Bundestag wiederholt, hält die Union nicht für den richtigen Lösungsansatz. „Verbote oder Steuern für sehr zucker-, salz- oder fettreiche Lebensmittel lehnen wir ab“, betonen Connemann und ihr Kollege Georg Nüßlein (CSU). Man setze auf freiwillige Strategien der Lebensmittelindustrie.

Besser aufklären – schon in Kindergärten

Zweifel an einer Lenkungssteuer äußert auch Prof. Beate Jochimsen von der Hochschule für Wirtschaft und Recht. Sie hält Abgrenzung und Umsetzung für problematisch. Darüber hinaus sei nicht seriös zu beweisen, dass über höhere Steuern Verhaltensveränderungen erreicht werden. Dr. Silke Lichtenstein betrachtet die Sichtweise, es gäbe gesunde und ungesunde Lebensmittel, als schwierig und sieht in wachsenden Portionsgrößen ein Problem. Aus Sicht der Oecotrophologin sind v.a. die Entscheidungs- und Handlungskompetenzen der Konsumenten zu stärken. Einig sind sich Ärzte, Wissenschaftler und Politiker darin, besser aufzuklären und verstärkt auf maßgeschneiderte Präventionsangebote zu setzen. Beides sollte schon früh beginnen – vor, während und nach der Schwangerschaft, in Kindergärten und Grundschulen. Wichtige Aspekte sind Bewegung und gesunde Ernährung, beides fordert auch die DDG im Fachgespräch.

Nationales Diabetesüberwachsungssystem geplant

Christian Schmidt, Minister für Landwirtschaft und Ernährung, kündigt an, dass noch in diesem Jahr ein nationales Präventionszentrum für gesunde Ernährung in Schule und Kita an den Start geht. Dieses soll helfen, eine hochwertige Verpflegung für Kinder und Jugendliche zu erreichen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) betont, dass das Gesundheitsmonitoring des Robert Koch-Instituts zu einem nationalen Diabetesüberwachungssystem ausgebaut werden soll. Vorgesehen ist, weitere Datenquellen wie etwa Routinedaten aus der gesetzlichen Krankenversicherung, amtliche Statistiken und regionale Krankheitsregister miteinander zu verbinden. Es sei wichtig in der Bewertung von Therapien „von gefühlter Qualität zu gemessener Qualität zu kommen“, sagt der Minister. Ein Surveillance-System bilde dafür eine zuverlässige Grundlage.

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