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Lesetipp Unglaubliche Geschichten von 10 wichtigen Wirkstoffen

Trip oder Heilung? Ob ein Wirkstoff zur Droge oder zum Medikament wird, entscheidet oft der Zufall. In seinem Buch "Heilmittel, Partydroge, Teufelszeug" hat Mikrobiologe Thomas Hager zehn prominente Beispiele gesammelt und unterhaltsam aufbereitet.

Themenseite: Pharma

„Sind sie gut für den Menschen? Oft. Sind sie gefährlich? Immer. Können sie Wunder vollbringen? Allerdings. Können sie versklaven? Einige schon.“ Mit diesen Gedanken läutet Thomas Hager sein Buch „Heilmittel Partydroge Teufelszeug – Die zehn unglaublichen Karrieren der wichtigsten Wirkstoffe der Welt“ ein. Mit großem Unterhaltungswert begleitet er Leser durch die Biographie von zehn Medikamenten, die die Geschichte der Medizin maßgeblich verändert haben.

Homo pharmicum: Spezies, die Medikamente entwickelt und nimmt

Von Opium, Heroin bis zur Anti-Baby-Pille – die unterschiedlichen Wirkstoffe verbindet mehr, als auf den ersten Blick scheint. Antworten finden sich v.a. in der Geschichte, in die Hager Leser entführt: die hochgelobte, verteufelte, viel umstrittenen Welt der Medikamente. Woher kommen Vorurteile gegenüber bestimmten Medikamenten? Wie hat sich der Gebrauch verändert? Wie kam es zur ersten Impfung und warum gibt es heute immer mehr Impfgegner?

Das Buch gibt Auskunft über tragische Geschichten, wie von dem, um 1900, lebenden Arbeitermädchen, der man Chloral und Alkohol, heute bekannt als K.O.-Tropfen, verabreicht und vergewaltigt hat. Ein Problem, dessen Wurzeln auf 1832 zurückgehen, aber heute noch allzu gegenwärtig ist. Dennoch wurde die Entdeckung von Chloral damals sehr begrüßt, dem ersten vollsynthetischen Medikament, das im Labor hergestellt wurde und weiteren großen Profit versprach. Eine Pionierleistung, die einen „wesentlichen Anteil an der Entstehung der Pharmaindustrie hatte, die mittlerweile so gigantische Ausmaße angenommen hat“ (s. Seite 111).

Wirkungsvollere Medikamente, mehr besiegte Krankheiten?

So viele dieser Medikamente haben unzähligen Menschen das Leben gerettet. So viele haben die Lebenserwartung um durchschnittlich zehn Jahre erhöht. Aber warum gibt es für viele tödliche Krankheiten immer noch nicht "das" perfekte Medikament? Oder gibt es sie vielleicht schon und die Pharmaunternehmen passen den richtigen Moment ab, bis sie wissen, wie man damit Profit macht? Denn genau wie die Medikamente sind auch Pharmaunternehmen nicht nur gut oder nur schlecht. Warum ist Antibiotikaresistenz heutzutage so ein großes Problem? Und wie wirken sich Medikamente auf das am wenigsten erforschte Gebiet der Welt, das Gehirn, aus? Diesen Fragen und vielen weiteren geht der Autor akribisch auf die Spur.

Über den Autor

Thomas Hager wurde 1953 in Oregon geboren und studierte Mikrobiologie, Immunologie und Publizistik. Er hält Vorträge an Universitäten und bei wissenschaftlichen Experten-Treffen. Der Buchautor, Journalist und Wissenschaftskommunikator bereitet seine Themen mit wissenschaftlicher Genauigkeit, publizistischer Leidenschaft und großem Unterhaltungswert auf.

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