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Lesetipp Die richtigen Worte finden

Ein Palliativmediziner und eine Psychotherapeutin setzen sich in ihrem neuen Buch für einen offenen Umgang mit dem Tod ein. Denn oft scheuen Mediziner und Pflegekräfte klare Worte aus Angst und Unsicherheit. Alternativen zum Schweigen.

Wie beginnt man ein Gespräch über den Tod? Chefarzt Prof. Dr. med. Sven Gottschling und Psychotherapeutin Dr. Katja Welsch ermutigen in ihrem neuen Buch zum offenen Umgang mit dem Unaussprechlichen. Die Mediziner sind am Zentrum für Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie am Universitätsklinikum des Saarlandes tätig und berichten von ihrer täglichen Arbeit. Denn nicht nur Patienten und Angehörigen fällt es schwer mit dem Sterben konfrontiert zu werden, auch Ärzte und Pflegepersonal scheuen oft klare Worte.

Sinnlose Therapien ersparen

Dabei verschlimmert Schweigen das Tabuthema laut Experten. Verunsicherung und Ängste sind groß, denn Patienten haben bereits vieles verloren, wenn der Tod näher rückt: Vitalität, körperliche Unversehrtheit und Hoffnung. Doch eine frühzeitige Palliativversorgung kann sogar lebensverlängernd wirken und sinnlose Chemotherapien ersparen, so die Erfahrung.

So gelingt das Arztgespräch

Dieser Ratgeber hilft Fachpersonal bei der Vorbereitung schwieriger Gespräche und die Autoren ermutigen: „Tatsächlich gibt es beim Reden über das Sterben nur wenige Dinge, die man wirklich falsch machen kann.“ Mit anschaulichen Patientenfällen zeigen sie die verschiedenen Perspektiven der Betroffenen und Angehörigen auf. Dies hilft sich in das Gegenüber hineinzuversetzen und im Ernstfall richtige Worte zu finden. Gottschling und Welsch verknüpfen die Grundlagen erfolgreicher Kommunikation mit diesem sensiblen Thema.

In Würde sterben

Zudem stellen sie Behandlungsmethoden vor, wie die würdezentrierte Therapie nach Chochinov. Ein einfacher Fragenkatalog, der Lebensqualität auch am Ende deutlich steigern kann und Personal möglicherweise entlastet. Auch verschiedene Inseln im Sterbeprozess können helfen, denn auch „bis ganz zum Ende kann es möglich sein, schöne Momente zu erleben.“

Fazit

Ein klar strukturiertes Buch mit übersichtlichen Checklisten, Merkkästen und Praxisfällen. Mit dieser Hilfe können sich Mitarbeiter auf schwierige Situationen und Gespräche vorbereiten. Für Personal und Patienten gleichermaßen lesenswert.

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