Klinik -

"Die Rationierung in Rehaeinrichtungen ist ethisch bedenklich"

Das neue Buch "Rehabilitationsmanagement", u.a. unter Mitwirkung von Prof. Dr. Dr. von Eiff, HHL Leipzig Graduate School of Management, ist erschienen. Das Thema Zukunftsfähigkeit der Reha wird auch auf dem Gesundheitskongress des Westens am 3. April 2014 in Köln diskutiert.

Themenseite: Rationierung & Priorisierung

Veränderte Rahmenbedingungen haben im Bereich der Rehabilitation zu verstärktem Kostendruck und Wettbewerb geführt. "Die weitere Rationierung in Rehaeinrichtungen ist ethisch bedenklich", so warnt der Medizinökonom Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff von der HHL Leipzig Graduate School of Management. Die wichtigsten für die Reha relevanten Handlungsfelder resultieren laut dem Wissenschaftler aus den Trends zu einer älter werdenden Patientenklientel, der Verkürzung der Akutverweildauer dank schonender Eingriffstechniken und der Zunahme psychosozialer Krankheitsbilder wie Rückenleiden, Allergien, Depressionen und Burn-out-Syndrom.

"Die Rehaklinik als Einzelkämpfer wird zukünftig an Bedeutung verlieren"

Mit Verweis auf das soeben gemeinsam mit Prof. Dr. med. Bernhard Greitemann und Prof. Dr. med. Marthin Karoff herausgegebene Buch "Rehabilitationsmanagement" (Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, 2014) sagt Prof. Dr. Dr. von Eiff: "Gefragt sind innovative, qualitätsorientierte Versorgungsansätze in der Reha wie etwa die Verbindung von Schul- und Naturmedizin." Auch die Entwicklung von flexiblen patientenindividuellen Rehaformen gehöre dazu. "Die Managementherausforderung besteht darin, Rehaangebote einerseits zu spezialisieren, andererseits in Versorgungsnetze zu integrieren", so der Medizinökonom. Die Reha-Klinik als Einzelkämpfer werde zukünftig an Bedeutung verlieren; die Rehabilitation werde zudem vermehrt in ortsnahen Strukturen angeboten, im Verbund mit Akuthäusern und Ambulanzzentren.

Laut Prof. Dr. Dr. von Eiff, der am 3. April 2014 auf dem Gesundheitskongress des Westens in Köln zu dem Thema "Akut-Reha – Pflege – Nachsorge" sprechen wird, würden in Zukunft gebündelte Angebote von Medizin- und Versicherungsleistungen (Managed Care) immer wichtiger. "Auf den Rehabereich wird zukünftig auch die Diskussion um Pay-for-Performance und Einkaufsmodelle der Krankenkassen zukommen", so der Medizinökonom.

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