Datensicherheit -

Kein Blick in die Glaskugel Die neuen Herausforderungen der Health-IT-Infrastruktur

Digitale Technologien wie Medizintechnik in Echtzeit generieren enorme Datenmengen, die vor Diebstahl und Missbrauch geschützt werden müssen. Das erfordert eine leistungsstarke IT, die ein hohes Datenvolumen erzeugen und gleichzeitig verarbeiten kann. Eine Einschätzung der Bedeutung für die Branche.

Themenseiten: Datensicherheit und Medizintechnik

Sicherlich werden sich grundsätzlich die allermeisten privaten und institutionellen Marktteilnehmer überlegen müssen, wie sie das digitale Wachstum managen wollen. In manchen Branchen ist die Umsetzung noch nicht akut. Branchen wie die Medizintechnik dagegen sehen sich jetzt schon mit diesen Anforderungen konfrontiert. Nicht nur, weil heute schon ganz konkrete neue Anwendungen wie zum Beispiel 3-D- und Hologrammtechniken zum Einsatz kommen. Allein da die Medizin der KRITIS-Verordnung unterliegt, sind Verantwortliche verpflichtet, entsprechende Maßnahmen umzusetzen

Aktuell sind allerdings die wenigsten Einrichtungen auf künftige Anforderungen an die IT-Infrastrukturen vorbereitet. Zusätzlich reicht die Verarbeitung der Daten allein nicht aus. Mit der Infrastruktur müssen dann auch die gesamten Rahmenbedingungen in Bezug auf Verfügbarkeit und Kapazitäten deutlich ertüchtigt werden, um die ebenso wichtige Datensicherheit zu gewährleisten. Eine Aufgabe die gleichermaßen schwierig, wie überlebensnotwendig ist.

Von klein bis groß

Die Geschwindigkeit der Datenverarbeitung ist deswegen so relevant, da jene Daten für Befunde oder Operationen oft unmittelbar zur Verfügung stehen müssen. Dies gilt für medizinische Einrichtungen jeder Größe. In den USA nutzen z.B. schon jetzt ausgewählte private Kliniken und Forschungseinrichtungen Geräte, die über moderne Scan-, Analyse- oder Hologrammtechnik eine wesentlich schnellere und einfachere Erstellung von beispielsweise Zahnbefunden möglich machen. Auch in Deutschland werden im alltäglichen Leben „normaler“ Ärzte die gehobenen Ansprüche an die Datensicherheit sehr ernst genommen. Und auch sie müssen auf das Datensicherheitsschutzgesetz achten und personenbezogene Daten entsprechend sicher archivieren.

Das größte Volumen und die bedeutendsten Anforderungen entstehen aber bei Großkliniken, Bezirkskrankenhäusern und Unikliniken. Selbstverständlich nutzen manche größeren Einrichtungen bereits moderne Anwendungen inklusive der entsprechenden Infrastruktur. Für das Gros werden in den nächsten Jahren allerdings die Datenmengen z.B. in Radiologie oder Chirurgie durch neue Applikationen, Anwendung oder Techniken enorm zunehmen. Einher geht folglich ein enormer Anstieg von benötigter Rechenleistung, um die moderne Technik dann auch in Echtzeit einsetzten zu können. Die Planung und Umsetzung moderner IT-Infrastrukturen ist entsprechend aufwendiger.

Die richtige Planung

Wesentliche Überlegungen in Bezug auf Daten sind dann:

  • Sind sie in den geforderten Mengen mit der aktuellen Technik in Echtzeit verfügbar?
  • Sind sie sicher?
  • Werden sie über entsprechende IP- oder QM-Systeme vertraulich gehalten?

Daher wird der Schwerpunkt bei Kliniken sein, vollkommen neue Applikationen beziehungsweise Anwendungen einzuführen, die dort im Rahmen der Digitalisierung nutzbar gemacht werden können. In Deutschland ist dafür derzeit kaum eine adäquate Infrastruktur vorhanden. Im Gegenteil: Vielerorts besteht das Problem, dass Kliniken bereits heute an nichtvorhandenen IT-Infrastrukturen leiden. Hinzu kommt, dass die Ausbaufähigkeit infolge fehlender Räume sehr stark begrenzt ist.

Wie für jedes Rechenzentrum sollte die Planung auf die nächsten zehn Jahre ausgelegt sein. Zum einen, da sich die Technik und damit Datenmengen weiter verbessern werden. So könnten in Zukunft gerade in sensiblen Bereich Chirurgen von Roboterarmen unterstützt werden, die Eingriffe mit einer höheren Präzision durchführen können. Gleichzeitig sind holografische 3-D-Ansichten denkbar, die den chirurgischen Eingriff durch eine vergrößerte Darstellung vereinfachen. Die damit wachsende Abhängigkeit von Performance und Datensicherheit erklärt sich selbst. Wichtig ist hierbei nur, die Infrastrukturen an den Bedarf anzupassen. Dieses modular ausgelegte Wachstum hilft dann seinerseits, unnötige Kosten zu sparen.

Über den Autor:
Thomas Sting ist Gesellschafter und Geschäftsführer der DATA CENTER GROUP. 2005 gründete er gemeinsam mit Ralf Siefen das Unternehmen proRZ Rechenzentrumsbau GmbH, das heute zu den führenden Anbietern in der Planung und Realisierung von Datacentern in Deutschland gehört und Teil der international agierenden DATA CENTER GROUP ist. Sie bündelt mit insgesamt vier Geschäftsbereichen und einem Tochterunternehmen Fachwissen in einer Gruppe, um eine ganzheitliche Realisierung sowie den sicheren Betrieb von Rechenzentren zu gewährleisten. Ein weiterer Fokus liegt auf der Erarbeitung ganzheitlicher Konzepte für das sichere und effiziente Betriebsmanagement von Rechenzentren.
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