Social Media -

Klinikum Dortmund Die kleinste Station der Welt: Pflege-Praktikum im Homeoffice

Heute Abend startet im Klinikum Dortmund der Betrieb einer Miniatur-Station, die Zuschauer live aus der Ferne steuern. Die Kommandos aus dem Homeoffice "übersetzt" anschließend ein Chirurg mit dem OP-Roboter "DaVinci" in Bewegungen. Um 17 Uhr geht es los.

Themenseite: Social Media

Roboter steuert, Zuschauer geben Kommandos: Das Klinikum Dortmund lädt unter dem Titel "Tiny Hospital" in einem bislang einmaligen Social-Media-Experiment alle Interessierten ein, im Zeitraffer eine Frühschicht lang auf einer Klinikstation "mitzuhelfen". Auf Instagram können sich User heute um 17 Uhr live in der Story dazuschalten und aktiv in das Geschehen eingreifen. Weil die Station im Miniaturformat nachgebaut wurde, werden die Geschicke dort von den feinen "Händen" des OP-Roboter "DaVinci" gesteuert, der auf die Kommandos der Zuschauer "hört". Klingt verrückt? – Ok, von vorne.

"Die Kliniken in Deutschland haben während der Pandemie gemerkt, dass weniger Patient*innen kamen, wahrscheinlich in Sorge vor einer Ansteckung. Wir vermuten deshalb, dass auch weniger Schüler*innen in Corona-Zeiten ein Praktikum zum Reinschnuppern in den Pflegeberuf machen wollen. Gleichzeitig möchten wir natürlich nach wie vor viele für den Pflegeberuf begeistern", erklärt Marc Raschke, Leiter der Unternehmenskommunikation im Klinikum Dortmund.

"Mini-Station" auf 40 mal 40 Zentimeter

So wurde nach einer corona-konformen Idee gesucht, wie der Stationsalltag für ein breites Publikum erlebbar gemacht werden kann. Umgesetzt quasi als "Kammerspiel" auf einer Fläche von 40 mal 40 Zentimeter ist eine kleine Station mit vier Zimmern errichtet worden, dazu ein Stationspult, Medikamente, Betten, Personal und Co. "Es wird in der Live-Schalte losgehen mit der Schichtübergabe. Unsere Idee ist es, dass die Zuschauer*innen von da ab interaktiv bestimmen, was auf der Station idealerweise zu tun ist. Sie müssen ihre Vorschläge in ein Kommentarfeld eingeben, ein Moderator wird dann zwischen Zuschauer*innen und Station vermitteln", erklärt Raschke. "Übrigens, so wie die Station räumlich eingedampft wurde, haben wir auch die Schicht zeitlich reduziert. Wir haben also auch einen Zeitfaktor, der im Stationsalltag ja auch nicht unwichtig ist." Was normalerweise zirka acht Stunden dauert, wird in dem Live-Experiment 24 Minuten lang sein, also drei Minuten pro realer Stunde.

OP-Roboter "Da Vinci" führt Bewegungen aus

Als weitere Besonderheit wird das Live-Experiment von der Klinik für Chirurgie unterstützt. Prof. Dr. Max Schmeding, Direktor der Klinik für Chirurgie, wird am Steuer sitzen und mit dem OP-Roboter "DaVinci" alle Kommandos für die Station ausführen. "Wir können damit also quasi ganz nebenbei zeigen, mit welcher Präzision so ein Roboter selbst winzigste Bewegungen ausführen kann", erklärt Raschke. Der Roboter wird normalerweise für komplizierte Operationen eingesetzt, bei denen gewebeschonend und mit einer extrem hohen Flexibilität im Körper des Patienten gearbeitet werden muss.

Ausschnitt aus Pflegealltag sichtbar machen

"Mit diesem Live-Experiment machen wir quasi ein Remote-Praktikum in der Pflege möglich, natürlich verbunden mit einem kleinen Augenzwinkern und wohlwissend, dass wir nur einen Ausschnitt aus dem Alltag quasi als Appetithappen reichen. Aber wir müssen neue Wege ausprobieren, gerade in der Pandemie", sagt Raschke. Begleitet wird die Aktion auch von der Pflegewissenschaftlerin des Klinikums Dortmund, Andrea Besendorfer, die während der Live-Übertragung als Kommentatorin zusätzliche Informationen über den Praxisalltag gibt.

Wer sich schon einmal auf das Pflege-Praktikum vorbereiten möchte, der findet hier weitere Infos über die Miniaturstation sowie eine erste Übersicht für die Frühschicht-Aufgaben: Tiny Hospital - die kleinste Station der Welt

© hcm-magazin.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen