Serie: Social Media für Klinik, Pflege und Reha, Teil 2 Die Community ist König

Zugehörige Themenseiten:
Social Media

Mehr als 1.400 Menschen sprechen täglich über die Schön Klinik – auf Facebook. Damit gehört die Unternehmensseite zu den Besten der Branche und führt in der Rubrik „Personen, die darüber sprechen“ die Liste an. Social-Media-Managerin Magdalena Ochmann erzählt die Erfolgsgeschichte.

Die Facebook-Seite der Schön Klinik ist eine der erfolgreichsten in Deutschland. – © Screenshot HCM

Für ein gutes Image mussten Krankenhäuser früher lediglich ihr eigenes positives Selbstbild nach außen kommunizieren. Das galt als richtig – unkommentiert. Aber die modernen Technik- und Kommunikationslösungen haben diese Realität verändert. Heute kommt es vielmehr darauf an, wie Patienten oder Besucher beispielsweise in den sozialen Medien über die Einrichtung sprechen. „Die ehemals unantastbaren Götter in Weiß gibt es nicht mehr“, sagt Magdalena Ochmann, stattdessen verlässt man den Elfenbeinturm Krankenhaus und führt eine Kommunikation auf Augenhöhe mit der Außenwelt. „Genau für diesen Zweck ist Facebook ideal“, sagt Ochmann. Sie ist seit einem Jahr die ­Social-Media-Managerin der Schön Klinik und betreut deren Facebook-Seiten. Das sind drei an der Zahl: Schön Klinik, Schön Klinik – Beruf & Karriere und SCHÖN Klinik Germany’s Specialist Hospitals (auf Englisch für die internationale Zielgruppe). Mit der Seite Schön Klinik präsentiert die Klinikkette die Aktivitäten aller 17 Standorte in Deutschland.

Facebooken mit System

Was wann und v.a. wie auf der Seite präsentiert wird, wird im Voraus geplant. „Zusammen mit der Marketing- und E-Business-Leitung stellen wir einen Redaktionsplan für die Social-Media-Aktivitäten auf“, verrät Ochmann, „damit legen wir z.B. fest, von welchen internen Veranstaltungen oder zu welchen Themen wir posten.“ Das hat System, ebenso wie die Posts: Titel, Trennmarker, Haupttext, Hashtags (#), Bild und meistens auch ein Link. Das sorgt nicht nur für bessere Lesbarkeit, sondern ist außerdem ein Alleinstellungsmerkmal. Unterstützt wird das von einer speziellen Bildgestaltung im CI der Kliniken inklusive Logo. Wiedererkennung garantiert.

Einen besonderen Nutzwert bieten neben den Posts, die Einblicke in unterschiedliche Situationen des Klinikalltags geben, Beiträge mit Input zu medizinischen Themen wie „Was hilft bei Tinnitus?“. Zusätzlich hat Ochmann Postrubriken entwickelt. Diese finden sich auf den Postbildern wieder und kündigen gleichzeitig den Nutzwert des Postings an. So durften sich die Fans z.B. auf die „#Zahl des Monats“ zum Thema Kopfschmerzen, einen „#Selbsttest“ oder Tipps zu Behandlungsmöglichkeiten bei unterschiedlichen Krankheiten unter „#Wissen und Patient“ freuen. Dieses Postingsystem gilt für alle drei Facebook-Seiten.

Gepostet wird regelmäßig. Und die Kollegen aller Häuser und Abteilungen helfen beim Erstellen von Bild-, Film- oder Infomaterial mit, „sogar die Führungsebene“, freut sich Ochmann.

Communitymanagement heißt der Schlüssel zum Erfolg der Seite. Dank diesem sprechen bis zu 1.438 Personen täglich über die Schön Klinik. Wünsche oder Fragen werden direkt beantwortet, auch zu medizinischem Fachwissen. So eine Rundumbetreuung auf Facebook ist auf Klinikseiten noch selten und braucht eine intensive Pflege. Aber: „Es lohnt sich“, betont Ochmann. Bianca Flachenecker

Im Rahmen einer Social-Media-Strategie hat sich die Schön Klinik
darüber Gedanken gemacht, welche Inhalte ihren Fans einen Mehrwert
bieten. Eine gute Orientierungshilfe sind die vier Dimensionen Nachrichten/­Information („Ich weiß Bescheid“), Unterhaltung/Spaß („Macht mir Spaß“), Wissen/Ermöglichung („Ich habe etwas gelernt“)
und Beziehung/Sinn („Ich habe es verstanden“).
Krankenhäuser sollten sich überlegen, wo sie aktiv sein möchten und v.a. in welcher Dimension sie überdurchschnittlich oder führend sein möchten.

Martin Schleicher ist Experte für Social Media und betreibt den Fachblog www.der-gesundheitswirt.de. Kontakt: info@martin-schleicher.de