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Buchtipp "Die Bundespflegekammer"

Gibt es den Weg zur Bundespflegekammer und wenn ja, wie sieht er aus? Ursula Jendrsczok und Manuela Raiß beschreiben es in ihrem Buch. Es ist das erste seiner Art zu dieser Thematik und soll politisch interessierten Pflegefachkräften und auch Berufsverbänden als Leitfaden auf dem Weg zur Selbstverwaltung dienen.

"Die Bundespflegekammer"

„Mehr Autonomie - mehr Anerkennung. Warum eine Selbstverwaltung für Pflegende so wichtig ist“ heißt es im Untertext des ersten Buches zur Bundespflegekammer in Deutschland. Verfasst haben es die beiden Autorinnen Ursula Jendrsczok und Mauela Raiß. Jendrsczok ist Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin. Sie studierte Pflegemanagement und Health Care Management. Raiß ist Altenpflegerin. Sie studierte Pflegemanagement und-wissenschaft, arbeitete als Pflegesachverständige und Qualitätsbeauftragte. Seit ihrer Gründung arbeiten beide bei der ersten deutschen Landespflegekammer Rheinland-Pfalz. Deren Präsident Dr. Markus Mai leistete wie Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates (DPR), mit einem Vorwort einen Beitrag diesem Fachbuch. Mai beschreibt es darin wie folgt: „Die vorliegende Abhandlung zur Bundespflegekammer ist die konsequente Weiterentwicklung von Arbeiten über die Pflegekammern insgesamt. In der Arbeit werden Wege zur Etablierung einer Bundespflegekammer aufgezeichnet. Ich (…) empfehle, die Überlegungen dringend in die Konzeption einer zukünftigen Bundespflegekammer aufzunehmen.“ Auch Westerfellhaus bestätigt die Intention des Buches, Pflegekammergründungen weiter voranzubringen: „Deutschland braucht Pflegekammern in allen Bundesländern, in dieser Konsequenz benötigt Deutschland eben auch eine Bundespflegekammer auf der Bundesebene.“

Von der Grundlage bis zum Satzungsentwurf

Jendrsczok und Raiß zeigen auf, wie Pflegekammern sowohl auf Länder- als auch auf Bundesebene zur Professionalisierung des Pflegeberufes beitragen und „Garant für die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung der Bevölkerung in Deutschland“ sein können. Nach einem einleitenden Teil, in dem es um die Herausforderungen des deutschen Pflegewesens und die Professionalisierung des Pflegeberufes geht, wird im darauf folgenden Kapitel das Prinzip der Selbstverwaltung erklärt, dass hinter den Kammergründungen und -bestrebungen steht. Dabei werden die Begriffe Staatsgewalt und gesellschaftliche Selbstregulierung voneinander abgegrenzt und im Kontext der europäischen und nationalen Rechtsformen beschrieben. Grundlegende Erläuterungen zu Berufskammern als Organe der beruflichen Selbstverwaltung werden aufgezeigt. Die beiden Expertinnen arbeiten im weiteren Verlauf heraus, welche rechtlichen Grundlagen, Ziele und Aufgaben die Landespflegekammern haben und wie sie strukturell aufgebaut sind. Damit erhält der Leser einen Überblick über die Gründungsbestrebungen auf Landesebene. Zur Orientierung und Abgrenzung der Arbeit einer Bundespflegekammer werden anschließend die Ziele, Aufgaben und der strukturelle Aufbau einer Bundespflegekammer aufgezeigt. Mit den daraus gewonnen Erkenntnissen haben die Autorinnen einen Satzungsentwurf inklusive Organigramm für eine Bundespflegekammer entwickelt.

Das Fazit von Jendrscozk und Raiß: „Die Professionalisierung in der Pflege ist nicht aufzuhalten, aber zu steuern: für den Pflegeberuf, für den Pflegeempfänger, für die Gesellschaft.“ Und: „Die Bundespflegekammer bündelt die Fachexpertise, entwickelt gemeinsame Strategien und kann damit Synergieeffekte nutzen. (…) Darüber hinaus wird sie den Ausbau der Pflegeforschung, die Qualitätssicherung der pflegerischen Versorgung und die Weiterentwicklung eines einheitlichen professionellen Berufsverständnisses fördern.“

Ein klares Ja also für die Bundespflegekammer. Sowohl für Kammerbefürworter als auch für Kammergegner eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

Buchtipp
Jendrsczok U. & Raiß M. (2017) Die Bundespflegekammer. Mehr Autonomie - mehr Anerkennung: Warum eine Selbstverwaltung für Pflegende so wichtig ist. Hannover: Schlütersche Verlagsgesellschaft

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