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Diabetesforschung: europäisches Forschungsprojekt HumEn gestartet

Das Forschungsprojekt HumEn vereint führende Stammzellforschungsgruppen aus Wissenschaft und Industrie mit dem Ziel, die Erforschung der Insulin-produzierenden Betazellen voranzutreiben.

Bei der Volkskrankheit Diabetes mellitus kommt es zu einer fehlerhaften Funktion der Insulin-produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse. Regenerative Behandlungsansätze zielen darauf ab, diese Zellen zu erneuern bzw. zu ersetzen und damit Diabetes zu heilen. Allerdings ist Spendergewebe rar und die künstliche Herstellung dieser Zellen aus Vorläuferzellen, sogenannten pluripotenten Stammzellen, bislang nicht vollständig möglich.

Im HumEn (Upscaling human insulin-producing beta cell production by efficient differentiation and expansion of endoderm progenitors)-Projekt wollen die Wissenschaftler die Mechanismen der Differenzierung und Proliferation der Vorläuferzellen von Betazellen intensiv erforschen. Die Betazellen der Bauchspeicheldrüse entstammen entwicklungsbiologisch dem sogenannten Endoderm, von wo aus die Zellreifung und -expansion erfolgt.

Untersucht werden sollen neben dem genetischen Aktionsmuster auch spezifische Strukturen der Zelloberfläche sowie molekulare Signalkaskaden. Die Erkenntnisse sollen zu einer effizienten Generierung funktionaler Betazellen beitragen, die für Transplantationstherapien bei Diabetikern eingesetzt werden können. Darüber hinaus ergeben sich wichtige Grundlagenkenntnisse zu Zellzyklus und Reifungsprozessen, die insbesondere in der Stammzellforschung von großer Bedeutung sind.

Kooperation hat große Bedeutung für die Stammzellforschung

An HumEn sind sechs akademische sowie drei industrielle Partner beteiligt, darunter das Institut für Diabetes- und Regenerationsforschung am Helmholtz Zentrum München, Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD), unter der Leitung von Prof. Heiko Lickert. Die Kooperationspartner bringen wissenschaftliche Expertise in verschiedenen Bereichen der Stammzellforschung ein, einschließlich Entwicklung und Physiologie der Betazellen, Betazelltransplantation, Biologie humaner pluripotenter Stammzellen, Epigenetik sowie Chemie und Technik. Die Projektführung übernimmt das Danish Stem Cell Center (DanStem) der Universität Kopenhagen, Projektleiter ist Prof. Henrik Semb. "Mit HumEn wollen wir entscheidend zu einer Verbesserung der Behandlung und der Lebensqualität von Menschen mit Diabetes beitragen. Die wissenschaftliche Kompetenz und Interdisziplinarität unseres Teams sowie der kooperative Forschungsansatz bergen ein großes Potenzial sowohl für die Patienten als auch für die Bedeutung Europas in der biomedizinischen Wissenschaft", sagt Semb.

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