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DGIM: Spitzenmedizin braucht Spitzen-Infrastruktur

Die medizinischen Forschungseinrichtungen in Deutschland brauchen eine gemeinsame Telematik-Infrastruktur, um weiterhin auf hohem Niveau zu forschen. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) fordert deshalb auf ihrer Jahrespresskonferenz den Aufbau einer zentralen Vernetzung aller deutschen Universitätsklinika.

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"Eine leistungsfähige Infrastruktur ist ein zentraler Erfolgsfaktor für eine leistungsfähige Spitzenforschung", sagt Prof. Dr. Ulrich Fölsch, Generalsekretär der DGIM. In den vergangenen Jahren sei die klinische Forschung in Deutschland durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) nachhaltig gefördert worden und habe im internationalen Vergleich deutlich aufgeholt. Beispiele seien die Kompetenznetze in der Medizin, die Gesundheitsforschungszentren, die Exzellenz-Cluster und das Nationale Biobanken-Register. Dabei habe jedes Forschungsnetzwerk seine eigene Telematik-Infrastruktur entwickelt. Das Problem sei, dass es so keine Kompatibilität zu anderen Forschungsnetzwerken gebe, sagt Fölsch. Stattessen sei es erforderlich, die verschiedenen Forschungseinrichtungen und klinischen Zentren zu vernetzen. Diese Aufgabe sei jedoch so groß, dass die Universitätsklinika dies nicht alleine schultern können. Aus Sicht der DGIM sollte eine koordinierende Institution eine einheitliche Krankenhausinformatik für alle Universitätskliniken entwickeln. In ihr könnten Daten der Forschung und der Versorgung zusammengeführt werden. Auftraggeber könnte das BMBF sein. Die erforderlichen finanziellen Mittel – Fölsch geht von mehreren Milliarden Euro aus – müssten von Bund, Ländern und Fakultäten gemeinsam getragen werden. "Wir sind in der Spitzenforschung in den letzten Jahren sehr weit gekommen“, sagt Fölsch. „Aber wir müssen sehr viel tun, um eine Struktur zu schaffen, dass diese Spitzenstellung erhalten bleiben kann."

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