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Deutsche Leberstiftung Assistenzärztin der Charité erhält Freistellungs-Stipendium

Mit ihrem Freistellungs-Stipendium fördert die Deutsche Leberstiftung klinische Projekte und Studien in der Hepatologie. Für das Jahr 2020 vergab das Gutachterkomitee das begehrte Stipendium an Dr. Caroline Zöllner von der Berliner Charité. Sie untersucht die Auswirkung von metabolischen Lebererkrankungen auf den Verlauf von Hepatitis B.

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Die Deutsche Leberstiftung setzt sich für die Verbesserung der Patienten-Versorgung im Bereich der Lebererkrankungen ein. Dafür hat besonders die klinische Forschung eine hohe Bedeutung. Daher fördert die Stiftung klinische Projekte oder Studien durch die Vergabe von Freistellungs-Stipendien, die eingesetzt werden können, um eine Freistellung von Ärzten für die Projekt- bzw. Studienplanung zu finanzieren. Sie umfassen die Übernahme von Personalkosten eines Arztes für bis zu drei Monate (bis 20.000,- Euro).

Deutsche Leberstiftung vergibt Stipendium

Mit dem Freistellungs-Stipendium wird dieses Jahr Dr. Caroline Zöllner von der Charité Universitätsmedizin Berlin mit dem Projekt „Auswirkung von metabolischen Lebererkrankungen auf den Verlauf der chronischen Hepatitis B in unterschiedlichen Populationen“ gefördert.

Wie wirken sich metabolische Lebererkrankungen auf den Verlauf von Hepatitis B aus?

Prof. Dr. Markus Cornberg erläutert das ausgewählte Forschungsvorhaben: „Es geht in diesem Projekt um zwei bedeutende Lebererkrankungen, die parallel vorkommen können. Die aktuelle Studienlage lässt keinen eindeutigen Schluss darauf zu, ob eine chronische Hepatitis B-Virus (HBV)-Infektion, die gemeinsam mit einer NAFLD* vorkommt, zu einem erhöhten Risiko führt, ein Leberzellkarzinom zu entwickeln. Die unterschiedlichen Aussagen der bisherigen Studien könnten unter anderem auf der ethnischen Herkunft der untersuchten Patienten beruhen. Auch die Komplexität der chronischen HBV-Infektion, die in verschiedenen Phasen verläuft, erschwert die Beurteilung.

Das von uns zur Förderung ausgewählte Projekt will die Auswirkung von metabolischen Lebererkrankungen auf den Verlauf der chronischen HBV-Infektion in einer großen Patientengruppe, die größtenteils aus Europäern besteht, detailliert untersuchen. Dabei werden auch demographische Daten, Laborwerte und weitere Erkrankungen erfasst. Im Vordergrund der Beobachtung steht der Verlauf des fibrotischen Umbaus der Leber (der krankhaften Vermehrung des Bindegewebes). Das Projekt beschäftigt sich mit einer hoch relevanten Fragestellung. Etwa 250.000 bis 400.000 Menschen in Deutschland sind mit dem Hepatitis B-Virus infiziert. Die NAFLD ist hier schon weit verbreitet und nimmt immer weiter zu. Daher betrifft das gleichzeitige Vorhandensein beider Erkrankungen eine Vielzahl von Betroffenen. Aus diesem Grund war dieses Forschungsvorhaben für die Gutachter absolut förderungswürdig.“

Gutachter wählen Kandidaten aus

Um das Stipendium haben sich Ärzte mit klinischen Studien und Projekten zu sehr unterschiedlichen Lebererkrankungen beworben. Die Prüfung und Begutachtung der Anträge erfolgte durch ein unabhängiges Gutachterkomitee, dessen Mitglieder PD Dr. Münevver Demir (Berlin), Prof. Dr. Verena Keitel-Anselmino (Düsseldorf) und Prof. Dr. Christoph Sarrazin (Wiesbaden) waren. Die Gutachter beschlossen nach gründlicher Prüfung und Diskussion einstimmig mit einer Enthaltung die Unterstützung für ein Projekt, das klären möchte, inwieweit das Vorliegen einer nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD, „nonalcoholic fatty liver disease“) den klinischen Verlauf einer Hepatitis B-Virusinfektion beeinflusst.

Das Freistellungs-Stipendium zur Förderung von klinischen Studien und Projekten wird auch für das Jahr 2021 wieder ausgeschrieben: www.deutsche-leberstiftung.de/foerderung

* Die NAFLD ist ein Überbegriff für die Steatosis hepatis (Fettleber, d.h. Einlagerung von Fett in Hepatozyten), die nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH) und deren Folgeerkrankungen (NASH-Leberfibrose, NASH-Leberzirrhose, hepatozelluläres Karzinom), zur Quelle

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