Hygiene kompakt -

Umfrage Desinfektionsspray statt Händewaschen?

Immer mehr Menschen setzen auf Desinfektionssprays oder -tücher. Besonders in öffentlichen Toiletten oder bei Haltegriffen in Bus und Bahn, denn davor ekeln sich die Befragten am meisten. Reicht das "altmodische" Händewaschen nicht mehr aus?

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Regelmäßiges Händewaschen, gerade in der Grippe- und Erkältungszeit ist wichtig und eigentlich selbstverständlich. Doch laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse verzichten jeder dritte Mann und jede vierte Frau nach dem Nach-Hause-Kommen auf den Gang zum Waschbecken. Rund ein Drittel der rund 1.000 Befragten wäscht sich zudem nicht vor jeder Mahlzeit die Hände. Stattdessen greifen immer mehr Menschen zu Desinfektionsmitteln. Der Umfrage zufolge trägt mittlerweile jeder Vierte immer ein Desinfektionsspray und jeder Fünfte stets Desinfektionstücher mit sich. Bei einer ähnlichen Befragung 2015 war es noch jeder Siebte bzw. jeder Achte.

Für die Verwendung von Desinfektionsmitteln im privaten Umfeld gibt es keine offizielle Empfehlung. Im Normalfall reicht das Händewaschen aus. Für chronisch Kranke oder Menschen mit einem schwachen Immunsystem allerdings können Händedesinfektionsmittel in der Wintersaison sinnvoll sein.

Keimschleuder öffentliche Toilette

Gut die Hälfte der Umfrageteilnehmer versucht außerdem, im Alltag möglichst wenige Dinge wie Türklinken, Handläufe oder Schalter anzufassen, um sich vor Keimen zu schützen. Den mit Abstand größten Ekelfaktor haben öffentliche Toiletten. Für 91 Prozent der 2019 Befragten ist die Nutzung besonders unangenehm. Auf Platz zwei rangieren Haltegriffe in Bussen und Bahnen mit 55 Prozent, gefolgt von Handläufen von Rolltreppen und Treppengeländern mit 50 Prozent. Nahezu jeder Zweite ekelt sich außerdem vor Türklinken in öffentlichen Gebäuden. Für 43 Prozent der Befragten ist das Berühren von Griffen an Einkaufswagen und für 33 Prozent das Drücken von Tastaturen an Geldautomaten besonders eklig.

Händewaschen schützt vor Grippeviren

Egal, was man im Alltag anfasst: Die KKH rät, in jedem Fall die Hände vom Gesicht fernzuhalten und den Kontakt mit Mund, Nase und Augen zu vermeiden. Viren und Bakterien können sonst besonders leicht über die Schleimhäute in den Körper gelangen. Wer sich darüber hinaus regelmäßig und gründlich die Hände wäscht, hat ein deutlich geringeres Risiko, an Erkältungen, Grippe und anderen Infektionen zu erkranken. 20 bis 30 Sekunden sind nötig, um alle Erreger abzuspülen.

Aber bitte mit Seife!

Wasser allein reicht dabei nicht: Mit Seife werden Schmutz und Mikroorganismen deutlich besser entfernt. Wichtig ist es, sich die Hände auch zwischen den Fingern und an den Kuppen zu waschen und sich die Hände anschließend sorgfältig abzutrocknen, um den Mikroorganismen kein feuchtes Milieu zur Weiterverbreitung zu bieten. Danach sollte man, gerade in der kalten Jahreszeit, die Hände gut pflegen und eincremen. Der Grund: Das Waschen mit Wasser und Seife schädigt die Schutzbarriere der Haut und spült Fette heraus.

Das Marktforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag der KKH 2019 sowie 2015 rund 1.000 Personen im Alter von 18 bis 70 Jahren repräsentativ befragt.

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