Digital Health Lexikon -

Design Thinking in Healthcare

Design Thinking ist ein Instrument für die Entwicklung innovativer Ideen. Es wird als eine co-kreative Innovationsmethode und als eine nutzerzentrierte Herangehensweise für die Bearbeitung komplexer Problemstellungen dargestellt. Ziel ist es viel Potenzial bei allen Beteiligten eines Innovationsvorhabens freizusetzen, um Aufgabenstellungen zu lösen und innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.

1. Synonyme:

Human-Centered Design, Design-Strategien

2. Kurzhistorie:

„Design Thinking“ ist ein Konzept einer kreativen Innovationsmethode, das von David Kelley, Gründer einer Design-Agentur im Silicon Valley, entwickelt und maßgeblich von den Professoren Terry Winograd und Larry Leifer der amerikanischen d.school an der Stanford University weiterentwickelt wurde. Zugleich wird der Begriff vom SAP-Mitgründer Hasso Plattner geprägt.

3. Ziel:

Es existieren verschiedene Ziele von Design Thinking in Unternehmen, z.B. die (kreative und nutzerzentrierte) Lösung eines Problems (Aufgabenstellung), die Entwicklung von neuen Produkten, -internen Unternehmensprozessen und neuen Geschäftsfeldern. Auch im Gesundheitswesen zielt Design Thinking auf die Entwicklung von innovativen Produkten und Dienstleistungen ab, die auf die Bedürfnisse des Menschen/Patienten und des Unternehmens ausgerichtet sind. Durch Design Thinking sollen unterschiedliche Erfahrungen, Meinungen und Perspektiven im Zusammenhang einer Problemstellung zusammengebracht werden (z.B. Was braucht der Nutzer/Patient? Was kann den Patienten in Krankheit oder Gesundheit unterstützen?) Insbesondere auch im heutigen Gesundheitswesen, welches durch Komplexität und Dynamik geprägt ist, kann Design Thinking, mit den basierenden Arbeitsprinzipien, Denkhaltungen und Vorgehensweisen, ein relevantes und nützliches Instrument darstellen, um den gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen effizient und effektiv nachzukommen.

4. Wesentliche Merkmale:

Einer der wichtigsten Grundsätze stellt der strikte Nutzerfokus (Menschen/Unternehmen) dar (human-centered). Die Grundlage des Design-Thinking-Ansatzes ist es, dass die Innovation aus drei gleichberechtigten Faktoren entsteht:

  • (technologische) Machbarkeit,
  • (wirtschaftliche) Tragfähigkeit,
  • (menschliche) Erwünschtheit.

Die menschliche Perspektive steht als Grundlage der Zielstellung, um innovative Produkte und Dienstleistungen zu gestalten, die auch realisierbar und marktfähig sind.

Ein zentrales Merkmal stellt zudem das „multidisziplinäre Team“ dar, das aus verschiedenen fachlichen Disziplinen besteht.

5. Wesentliche Einsatzgebiete:

Design Thinking kommt heute in verschiedenen Bereichen zum Einsatz. Ob von mittelständischen- oder Großunternehmen bis zu Start ups, nutzen verschiedene Einheiten Design Thinking für ihre (digitale) Strategie oder Transformation. Auch das Gesundheitswesen kann von dem Mindset des Design Thinkings bei der Erarbeitung von einfachen und eleganten Lösungen in der Patientenversorgung profitieren. Der Design Thinking Prozess besteht aus zwei Handlungsbereichen:

  • Es werden die Probleme und Bedürfnisse der Zielgruppe analysiert.
  • Es werden auf der Grundlage gewonnene Erkenntnisse Ideen generiert, die folgend in einem Prototyp umgesetzt und im Idealfall vom Nutzer selbst evaluiert werden können.

Idealtypischer Ablauf:

  • Verstehen (Verständnis für das Problem, für die Bedürfnisse und Herausforderungen)
  • Beobachten (Intensive Beobachtung und Recherche)
  • Sichtweise definieren  (Definition der Sichtweise und zusammenfügen der Erkenntnisse)
  • Ideen finden (Entwicklung von Lösungsmöglichkeiten und Ideen)
  • Prototypen entwickeln (Dient der Entwicklung von Lösungen und Ideen)
  • Testen

6. Unterscheidung von ähnlichen Begriffen:

Corporate Think Tanks, Design Challenge

DHL_Christina Kusch

Autor:

Christina Kusch

Referentin des Institutsdirektors, stellv. Ärztlichen Direktors am Universitätsklinikum Essen / Operations Manager Digital Health Academy

Christina.kusch@uk-essen.de 

Kusch C. (2020) Definition Design Thinking in Healthcare. In: Matusiewicz D. Kusch C. (Hrsg.) Digital Health Lexikon, Health&Care Management, URL: hcm-magazin.de, Holzmann Medien, 2020. 

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