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Leitfaden Der Weg zum digitalen Medikationsmanagement

Die Digitalisierung kann auch bei der Medikation Prozesse verbessern und vereinfachen – sowohl im Krankenhaus als auch in der Pflegeeinrichtung. Überall, wo verordnet und verabreicht wird, macht die elektronische Dokumentation den Workflow sicherer. Was Sie darüber wissen sollten.

Themenseiten: Digitalisierung, Informationstechnik und Medizintechnik

Gesetzliche Vorgaben an eine rechtskonforme Dokumentation, die Umstellung auf die patientenindividuelle Unit-Dose-Versorgung sowie der Wunsch nach der Nutzung sämtlicher patientenbezogener Daten für das Medikationsmanagement die Diagnose und die Therapie machen die eMedikation für Healthcare-Einrichtungen zu einem attraktiven Thema. Wer die Medikamentenvergabe digitalisiert hat, profitiert nicht nur von der Verfügbarkeit sämt­licher Informationen über

  • Arzneimittel,
  • Logistik,
  • ZE, NUB und Tagestherapiekosten sowie
  • therapeutische Informationen,

sondern auch von einer Prozessoptimierung beim Aufnahmemanagement, Entlassmanagement und dem Gewährleisten von Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS).

E-Medikation, wie geht das?

Doch wie gelingt die Umstellung auf die eMedikation und was ist dafür notwendig? HCM hat bei Annett Sleinitz, Fach­apothekerin für klinische Pharmazie, ID Berlin, nachgefragt. „Generell müssen Einrichtungsleitungen und ihre Mitarbeiter dazu bereit sein, ihre gewohnten Arbeitsabläufe umzustellen“, erklärt Sleinitz die grundlegende Voraussetzung für die digitale Medikation. Es gehe dabei darum, Prozesse zu verändern und zu optimieren und das erfordert Neuerungen. „Es hört sich lapidar an, aber der Weg weg vom Papier ist für viele eine große Herausforderung.“ Natürlich müsse neben der Akzeptanz, die auch in Schulungen gefördert werden kann, auch dafür gesorgt werden, dass die entsprechende Hard- und Software für die eMedikation vorhanden ist. „Ärzte und Pflegekräfte müssen in die Lage versetzt werden, am Patientenbett mobil mit den Patientendaten zu arbeiten. Das erfordert nicht nur entsprechende Endgeräte, sondern auch eine hausweite Abdeckung mit WLAN“, betont die Expertin. Weitere Grundvoraussetzung: Die Analyse des Ist-Zustandes und eine Definition der Ziele einer Umstellung auf die digitale Medikation (Soll-Zustand). (Was dabei im Prozessbereich zum Beachten ist, entnehmen Sie dem Kasten rechts.) Dafür empfiehlt die Expertin das Bilden von Projektteams, die interdisziplinär besetzt sind. Für den reibungslosen Ablauf sei es sinnvoll, die Planung im Vorfeld so detailliert wie möglich zu gestalten und vor der finalen Implementierung mit einem Testsystem zu arbeiten, das es ohne Echtdaten erlaubt, alle Funktionen auszuprobieren. Wie lange die Phase bis zum finalen Rollout dauert, sei abhängig von der Ausgangslage in der jeweiligen Einrichtung, ihrer Größe und ihrem Digitalisierungsgrad.

Im Beitrag siehe Kasten unten gibt es dazu eine exklusive Ansicht aus der Einrichtungspraxis von Sebastian Engelhardt vom Klinikum Rosenheim.

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