Digitalisierung -

Patientenmanagement Der Weg zum effizienten Patientenportal

Durch das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) wird der digitale Ausbau von Krankenhäusern vorangetrieben. Ein Schritt dorthin ist eine Patientenmanagementsoftware. Worauf es dabei ankommt, damit nicht nur der Gesetzgeber zufrieden ist, sondern auch die Patientinnen und Patienten.

Topic channels: Digitalisierung und Patientenkommunikation

Die wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser ist prekär und verschlechtert sich weiterhin. Nach einer Studie des Krankenhaus Rating Reportes lagen 13 Prozent der Krankenhäuser im "roten Bereich" mit erhöhter Insolvenzgefahr. 33 Prozent der Kliniken schrieben auf Konzernebene einen Jahresverlust. Mehr als die Hälfte der Kliniken rechnet auch für das laufende Jahr mit roten Zahlen und die Mehrheit der befragten Krankenhäuser erwartet, dass die Probleme über die nächsten Jahre weiter zunehmen werden. Laut der Roland Berger Studie "Verspielte Zukunft" haben die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden finanziellen Einbußen die Krankenhäuser in Deutschland in eine Krise gestürzt. Jedes zweite Haus (49 Prozent) schrieb im Jahr 2020 rote Zahlen.

Förderfähig: Patientenportal fürs Aufnahme- und Entlassmanagement

Das Krankenhauszukunftsgesetz soll hier Abhilfe schaffen und die Digitalisierung der Krankenhäuser vorantreiben. Durch den Krankenhauszukunftsfond vom Bundesamt für Soziale Sicherung werden Projekte mit einem Gesamtvolumen von bis zu 4,3 Milliarden Euro gefördert. Das ermöglicht Krankenhäusern, in Digitalisierungsprojekte und in ihre IT-Sicherheit zu investieren. Insgesamt gibt es elf förderfähige Projekte, darunter das Patientenportal für digitales Aufnahme- und Entlassmanagement. Patientenportale bieten mehr als nur allgemeine Informationen über das Krankenhaus. Sie sind der digitale Begleiter der Patientinnen und Patienten und ermöglichen eine echte Interaktion mit dem Krankenhaus. Es besteht u.a. die Möglichkeit, Online-Termine zu vereinbaren und Dokumente auszutauschen. Alle relevanten Funktionalitäten sollen sicher zur Verfügung gestellt werden. Die Patient-Journey beginnt also bereits vor der eigentlichen Aufnahme und endet weit nach der Entlassung. Dabei soll es das Ziel sein, Prozesse neu und digital zu denken und zu gestalten – auch über das Krankenhaus hinaus. Die richtige Software sorgt dann für optimales, digitales Patientenmanagement, den Online-Datenaustausch und somit für einen reibungslosen Ablauf.

Die Patientenmanagementsoftware setzt also an allen Punkten der Patient-Journey an und bieten eine 360-Grad-Sicht auf die zu behandelnden Patientinnen und Patienten. Dies tritt ein, wenn alle Systeme ineinandergreifen und durch Schnittstellen miteinander verbunden werden können.

Auch die in den meisten Kliniken vorhandenen Krankenhausinformationssysteme (KIS) zählen zur Patientenmanagementsoftware. Hier wird von vielen Usern jedoch der Mangel an Schnittstellen beanstandet, wodurch die interdisziplinäre Vernetzung und der Informationsfluss behindert und somit die ganzheitliche Betreuung erschwert werden. Neben den KIS gibt es Online-Terminbuchungssysteme, mit denen eigenständig Termine ausgewählt und verschoben und an Termine erinnert werden können, Software zum Entlass- und Überweisermanagement und sogenannte PROMs – "Patient-reported outcome measures", die Aufschluss darüber geben, welchen Effekt eine Behandlung aus der Sicht der zu Behandelnden hatte. Auch Abrechnungssysteme gehören in das weitgefasste Feld der Patientenmanagementsoftware.

Das KHZG sieht zahlreiche Muss-Kriterien vor, die ein Patientenportal erfüllen muss. Diese Kriterien sind v.a. zum Wohl der Patientinnen und Patienten gedacht und müssen deren Anforderungen gerecht werden. Dies kann nur geschehen, wenn die Digitalisierung der Krankenhäuser schnell voranschreitet.

Vorteile für Patienten und Patientinnen sowie das Krankenhaus

Eine gut funktionierende Patientenmanagementsoftware verbessert den Patientenservice des Krankenhauses und unterstützt den Patienten und die Patientin vor, während und nach ihrem Aufenthalt im Krankenhaus. Letztere werden vollumfänglich versorgt, indem sie eine bessere Hilfestellung bei der ambulanten oder stationären Behandlung erfahren. Vor ihrem Aufenthalt können sie nach ärztlicher Konsultation oder einer Einrichtung in ihrer Nähe suchen, online einen Termin im Krankenhaus buchen oder einen Aufenthalt beantragen, Termine online verwalten (z.B. Termine verschieben oder stornieren) oder einen Online-Check-in vor der Ankunft im Krankenhaus durchführen (z.B. durch Hochladen aller erforderlichen Dokumente, Online-Ausfüllen des Anamnesebogens etc.). Während des Aufenthaltes können sich zu Behandelnde interaktiv im Krankenhaus orientieren und Informationen über die Behandlung oder den bevorstehenden Eingriff abrufen. Nach dem Aufenthalt können sie auf die vom Krankenhaus freigegebenen Dokumente in ihrem Patientenkonto und auf ihre Terminhistorie zugreifen und Erinnerungen zur Vereinbarung von Folgeterminen erhalten oder zur Weiterbehandlung überwiesen werden.

Für das Krankenhaus bedeutet ein funktionierendes Patientenportal, wie es z.B. Doctolib mit Doctolib Hospital zur Verfügung stellt, nicht nur Neupatientengewinnung und verbesserter Patientenservice, sondern auch ein verbessertes Zuweisermanagement sowie Entlastung und Effizienzsteigerung. Der Umsatz pro behandelter Person kann z.B. durch mehr Privatversicherte erhöht werden und durch eine Patientenqualifizierung kommen nur relevante Fälle ins Haus. Die Nachsorge wird vereinfacht, indem sie direkt an den Zuweiser, an Rehakliniken oder Pflegeheime überwiesen werden. Damit steht Einrichtungen eine direkte, digitale Übermittlung von Patiententerminen, Dokumenten und Nachrichten durch eine ganzheitliche Lösung zur Verfügung, die sowohl für ein Krankenhaus als auch für ein MVZ funktioniert.

30 Prozent weniger Aufwand in der Administration

Durch eine Reduzierung administrativer Aufgaben um bis zu 30 Prozent gewinnt das Krankenhauspersonal Zeit und wird effizienter: Aufnahmezeiten werden verringert, interne Ressourcen können besser ausgelastet werden, indem beispielsweise Terminausfälle bis zu zwei Prozent reduziert werden können. Wichtig ist aber auch die Entlastung der Mitarbeitenden v.a. im ambulanten Bereich durch Online-Terminbuchungen, digitale Patientenkommunikation und schnellere Aufnahmeprozesse.

Kontakt zur Autorin
Alexandra Diers, Head of Hospitals & Groups bei Doctolib, Kontakt: alexandra.diers@doctolib.com 
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