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Lesetipp Der Pflegenotstand aus Sicht eines Azubis

Alexander Jorde rückte am 11. September 2017 das Thema Pflege durch seine Debatte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in der ARD-Wahlarena aktiv in den politischen Fokus. Jetzt hat er sein erstes Buch veröffentlicht. Sein Ziel: Diskussionen anregen, um Lösungsansätze für einen Weg aus dem Pflegenotstand zu finden.

„Kranke Pflege. Gemeinsam aus dem Notstand“: Der Titel des Sachbuches von Alexander Jorde verrät schon worum es geht, den Pflegenotstand. Im Fokus stehen die Krankenpflege und deren Misere. Doch wie kann man aus dem Teufelskreis ausbrechen? Jorde schreibt in seinem Schlusswort: „Dieses Buch ist nicht nur ein Buch über Pflege, es ist auch ein politisches Buch. Denn bevor wir fragen, was wir bewirken, wie wir helfen können, stellen wir viel zu oft Fragen wie: Was kostet uns das? Können wir uns das leisten?“ Er vertritt die Meinung, dass die Menschen, um die es ja eigentlich geht, mit solchen Fragen in Vergessenheit gerieten.

Was bedeutet professionelle Pflege?

Der Autor unterteilt das Buch in fünf Kapitel, Einleitung und Schluss. Die Einleitung liest sich wie eine Autobiografie. Jorde startet mit dem Tag, der ihn bekannt machte und der Politik zeigte: Es gibt auch noch andere wichtige Themen neben der Flüchtlingskrise, nämlich die Pflege. Als Leser fühlt man sich, als säße man direkt mit ihm in der ARD-Wahlarena. Dieses Gefühl, hautnah dabei zu sein, bleibt, egal welche Situation Jorde schildert. Ferner schreibt er: „Ich habe mich entscheiden, dieses Buch zu schreiben, um zu versuchen, einen Blick auf alle Facetten zu werfen und dabei auch über den Tellerrand hinauszuschauen.“ Er betont, dass er weder ein erfahrener Autor noch ein Gesundheitsökonom sei, dass aber die Perspektive eines Auszubildenden ebenso gehört werden solle und auch bereichernd sein könne.

Gemeinsam einen Weg aus dem Pflegenotstand finden

Der Autor beschäftigt sich in seinem ersten Kapitel mit der Frage: „Pflege kann doch jeder – oder?“. Seine Ausführungen veranschaulicht er mit Fragen wie:

  • Was muss man in der Pflege können?
  • Was muss man bereit sein zu geben?

Mit einem persönlichen Statement rundet Jorde das Ganze ab, indem er erläutert, was er aus seinem Beruf bislang für sein eigenes Leben mitnehmen konnte.

Im zweiten Kapitel erklärt er den Pflegenotstand und veranschaulicht anhand von Fakten und Zahlen, wie es soweit kommen konnte. Dabei erläutert er etwa den Zusammenhang zwischen der Qualität der Pflege und den Umgang mit den Pflegekräften.

Wer seiner Meinung nach die Schuld am Pflegenotstand trägt, vertieft er im dritten Kapitel. Jorde schreibt: „Die Schuld für die Bedingungen, die wir heute vorfinden, ist nicht bei einigen wenigen zu suchen. Viele unterschiedliche Akteure haben dazu beigetragen, dass der Pflegenotstand heute Realität ist. In diesem Kapitel möchte ich das Verhalten einiger Akteure in den letzten Jahrzehnten kritisch hinterfragen, stets mit Blick darauf, aus diesen Erkenntnissen Wege zur Lösung der Gesamtproblematik abzuleiten.“

Dazu wagt er im nächsten Kapitel „ein[en] Blick über den Tellerrand“ in die Pflegesysteme anderer Länder, um in seinem fünften Kapitel zur Diskussion anzuregen und Akteure des Gesundheitswesens aufzufordern, miteinander ins Gespräch zu kommen. Denn bei einem ist sich Jorde sicher: "Nur gemeinsam kann eine geeignete Lösungsstrategie erarbeitet werden."

Über den Autor

Alexander Jorde, geboren 1996 in Hildesheim, absolviert eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Mit seinem Auftritt in der ARD-Wahlarena 2017 wurde er zum bekanntesten Vertreter seines Berufszweiges.

 

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