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Lesetipp Der neue Feminismus in der Medizin

Lange Zeit wurden Arzneimittel primär an Männern getestet. Wie Medikamente wirklich auf Frauen wirken, bleibt also unerforscht. Mit der noch jungen "Gendermedizin" soll sich das ändern. Zwei renommierte Medizinerinnen leisten in ihrem neuen Buch wertvolle Aufklärungsarbeit.

Themenseite: Personalisierte Medizin

Medizinisch gesehen sind Frauen im Nachteil, denn Medikamente werden primär an Männern getestet. Auch äußern sich Krankheitssymptome beim weiblichen Geschlecht anders. Das bekannteste Beispiel: Der Herzinfarkt, der sich durch Luftnot und starke Übelkeit zeigen kann. Zwei Medizinerinnen wollen nun aufklären und setzen sich mit „Gendermedizin – warum Frauen eine andere Medizin brauchen“ für mehr Gleichberechtigung in der Gesundheitsversorgung ein.

Data Gap mit fatalen Folgen

Prof. Dr. med. dr. h.c. Vera Regitz-Zagrosek, eine der Pionierinnen der geschlechtersensiblen Medizin in Deutschland, und ihre Autorenkollegin Dr. med. Stefanie Schmid-Altringer nehmen hierfür verschiedene Krankheiten genau unter die Lupe und liefern eine Art „Nachschlagewerk“, das hilfreich für Patienten und Ärzte sein kann. Vom Bluthochdruck bis zu entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen werden Ursachen beschrieben und was man im Krankheitsfall als Frau für sich tun kann.

Frauen bauen Medikamente anders ab

Auch die Medikamentenwirksamkeit spielt eine zentrale Rolle im Buch. Denn verschiedene Sexualhormone, die im Rahmen des Zyklus in unterschiedlicher Konzentration vorkommen, verlangsamen oder beschleunigen den Abbau der Wirkstoffe. Auch können völlig andere Nebenwirkungen eintreten. So kann es zu Fehlbehandlungen kommen, im schlimmsten Fall sogar zu lebensbedrohlichen Situationen. Doch Pharmahersteller werden immer sensibler für das Thema und steigern den Frauenanteil in klinischen Studien.

Fazit

Ein Praxisbuch, in dem man gezielt Krankheiten nachschlagen kann. V.a. Frauen profitieren um das Wissen, aber auch Ärzte, die gezielt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingehen wollen. Zudem wird das neue Trendthema in der Medizin einfach erklärt auf Basis aktueller Forschungsergebnisse.

Über die Autorinnen

Prof. Dr. med. dr. h.c. Vera Regitz-Zagrosek gilt als Pionierin der geschlechtersensiblen Medizin in Deutschland. Seit 2007 ist sie Direktorin des Instituts für Geschlechterforschung in der Medizin an der Berliner Charité. Zurzeit ist sie Gastprofessorin der Universität Zürich.

Dr. med. Stefanie Schmid-Altringer ist seit 1999 als freiberufliche Wissenschaftsjournalistin, Expertin und Buchautorin tätig. Mit dem Themenschwerpunkt Frauengesundheit produzierte sie zahlreiche TV-Dokumentationen und Bücher. Seit 2011 entwickelt sie partizipative Gesundheitsformate zu Schwangerschaft und Geburt wie die 'Erzählcafé-Aktion'.

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