Pandemie Der nächste Pflegebonus kommt

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Das Kabinett hat den Gesetzentwurf zum Pflegebonus verabschiedet. Für Pflegekräfte in Krankenhäusern und ambulanten Einrichtungen soll es Zuwendungen bis zu 2.500 Euro geben. Allerdings erhalten nicht alle gleich hohe Summen.

Pflegebonus
Das Kabinett hat entschieden, der Pflegebonus kommt. – © HNFOTO (stock.adobe.com)

Die eine Milliarde Euro, die der Bund zur Verfügung stellt, würden „gerecht aufgeteilt“, kündigt Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach auf einer Pressekonferenz an. Jeweils die Hälfte soll in die stationäre und ambulante Pflege gehen.

Mittel zur Auszahlung erhalten Krankenhäuser, in denen im vergangenen Jahr mehr als zehn Covid-19-infizierte Patienten behandelt wurden, die mehr als 48 Stunden beatmet wurden – insgesamt 837 Einrichtungen. Fachpflegekräfte in der unmittelbaren Patientenversorgung auf bettenführenden Stationen erhalten einen Bonus von 1.700 Euro und Intensivpflegekräfte, die für mindestens drei Monate in dem Krankenhaus beschäftigt waren, bekommen 2.500 Euro.

Pflegekräfte in der Alten- und Langzeitpflege sollen einen Bonus in Höhe von bis zu 550 Euro erhalten, gestaffelt nach Nähe der Versorgung, Qualifikation und wöchentlicher Arbeitszeit.

Insgesamt würden 1,5 Millionen Beschäftigte von den Zuwendungen profitieren. Das Gesetz tritt voraussichtlich Ende Juni in Kraft, die Auszahlungen können dem Minister zufolge zur Mitte des Jahres erfolgen.

Nur „eine geringe Gratifikation“

„Mir ist klar, dass der Bonus nur eine geringe Gratifikation sein kann, für die Leistungen, die erbracht worden sind“, sagt Lauterbach. Die Arbeitsbedingungen in der Branche sollen noch in dieser Legislaturperiode „deutlich verbessert“ werden. Dazu zählen Personalbemessungsinstrumente wie PPR 2.0 sowie die Umsetzung der noch von der Großen Koalition beschlossenen Entbudgetierung in Krankenhäusern. „Ein Krankenhaus, dass mehr Pflegekräfte einstellt, wird damit nicht mehr benachteiligt“, erklärt der Minister weiter. Man arbeite auch an Verbesserungen in der Langzeitpflege. Sein Haus arbeite bereits „sehr intensiv“ an diesen Themen, man habe sich bereits mit Spitzenverbänden und Sachverständigen getroffen.