Versorgung Der Klimawandel und die Herausforderungen für das Gesundheitswesen

Ärztinnen und Ärzte sehen es als ihre Pflicht an, „die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels darzulegen und Gegenmaßnahmen zum Schutz der Gesundheit nicht nur zu fordern, sondern aktiv zu unterstützen“. So heißt es in einem Communiqué, das die Vertreter der deutschsprachigen Ärzteorganisationen aus Südtirol, Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg auf ihrer Konsultativtagung verabschiedet haben.

Die Ärzteschaft sieht es als ihre Pflicht an, die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels in die Aus-, Weiter- und Fortbildung zu integrieren. – © ink drop (stock.adobe.com)

Die Ärzteschaft weist darauf hin, dass der Gesundheitssektor selbst ressourcen- und emissionsintensiv sei. Er habe daher ein beträchtliches Potenzial, selbst einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, indem er das Gesundheitssystem und damit auch die Rahmenbedingungen für die ärztliche Tätigkeit klimafreundlich gestaltet. Dazu müssten sowohl ausreichende personelle als auch finanzielle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. In dem Communiqué wird außerdem angekündigt: „Wir werden die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels zudem adäquat in die Aus-, Weiter- und Fortbildung von Ärztinnen und Ärzten integrieren.“

Gesundheitsgefahr durch Hitze

Unterdessen ruft Health for Future mit einer Kampagne die Politik zum Handeln auf: Die Beteiligten setzen sich für mehr Hitzeschutz in Krankenhäusern ein. Allein in Deutschland gab es dem Bündnis zufolge zwischen 2018 und 2020 mehr als 19.000 Hitzetote. In der EU werden Schätzungen zufolge bereits 2030 circa 30.000 zusätzliche hitzebedingte Todesfälle erwartet. Besonders schwerwiegend seien die gesundheitlichen Folgen für Risikogruppen wie Kinder, Ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen, betont Leonie Ostermann von Health for Future. „Unser Gesundheitssystem ist darauf nicht vorbereitet.“

Nur die wenigsten deutschen Krankenhäuser verfügten über ein adäquates Hitzemonitoring oder einen Hitzeaktionsplan. Mit der Kampagne fordern die Beteiligten wissenschaftlich fundierte Hitzeaktionspläne sowie die Unterstützung der Kliniken bei Hitzeschutzmaßnahmen in der Gebäudetechnik und beim Arbeitsschutz. Der gesundheitsbezogene Hitzeschutz muss auch gesetzlich verankert werden, damit dieser auf der Prioritätenliste von Ländern und Kommunen vorgezogen wird.