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Social Media (Teil 13) „Der Funke springt noch nicht über“

In den vergangenen zwölf Ausgaben haben wir unterschiedliche Best Practicer verschiedener Social-Media-Kanäle vorgestellt. Anlass genug, einmal nachzufragen, wie es um die Social-Media-Arbeit von Einrichtungen im Gesundheitswesen eigentlich steht – bei Frank Stratmann, Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes Internetmedizin e.V.

Themenseite: Social Media
„Der Funke springt noch nicht über“
Wie steht es um die Social-Media-Arbeit von Einrichtungen im Gesundheitswesen? -

HCM: Herr Stratmann, Sie gelten als Insider für Digital Health und die Social-Media-Nutzung im Gesundheitswesen. Seit Ihrer Arbeit für Online-Jobportale, als freier Community-Manager und für die Sana-Kliniken AG in der Region Stuttgart haben Sie einen kontinuierlichen Blick. Was sehen Sie?

Stratmann: Ich kam zu Stepstone und Monster, als der neue Markt gerade zusammengebrochen war. Online bin ich seit Mitte der Neunziger. Wir haben das Personalmarketing ordentlich aufgemischt. Die Arbeit mit ambulanten Ärzten begann 2003.

Zu Ihrer Frage: Ich beobachte, dass 80 Millionen Versicherte den Laden ordentlich vor sich hertreiben. Das Miteinander verändert sich und das betrifft alle Lebensbereiche. Mit vorsichtigem Respekt kann man von einer Revolution sprechen. Seit dem Jahr 2015 darf man das Gefühl haben, einige kapieren, was da draußen abgeht. Vor allem Krankenhäuser ignorieren aber immer noch diesen gesamtgesellschaftlichen Aufbruch, leider zugunsten massenmedientauglicher Strategien. Es gibt die Community eines Krankenhauses. Der Funke springt noch nicht über.

HCM: Was müsste denn passieren?

Stratmann: Krankenhäuser müssen sich dem Dialog stellen und nicht blind wie ein Maulwurf unter der Grasnarbe scharren. Einrichtungen sollten mit Inhalten punkten. Krankenhäuser tragen ihre soziale Verantwortung im Namen und so müssen sie in Social Media auch auftreten. Elektrifizierte Pressemeldungen oder Wort und Bild aus Standard-Sechsseiten-Wickelfalz, die ich an meiner Facebookseite aufhänge, verfehlen das Ziel.

HCM: Das heißt, die derzeitige SocialMedia-Arbeit von Einrichtungen im Gesundheitswesen ist zwar „nice to have“, geht aber in großen Teilen noch an ihrer eigentlichen Bestimmung vorbei?

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