Pflege -

"Dem Votum für die Pflegekammer müssen jetzt Taten folgen"

Die endgültige Entscheidung, ob in Bayern eine Pflegekammer gegründet wird, soll im Laufe der kommenden Monate, spätestens im Frühsommer getroffen werden. Das war neben der Gründung einer Arbeitsgruppe eines der Ergebnisse beim Runden Tisch im Bayerischen Gesundheits- und Pflegeministerium am 10. Februar 2014.

Topic channels: Berufspolitik und Pflegekammer

Melanie Huml (CSU), Gesundheits- und Pflegeministerin, brachte die Parteien im Pflegekammer-Streit an einen Tisch. Befürworter und Gegner saßen sich gegenüber und tauschten auf Basis der Befragungsergebnisse Argumente aus. "Dem Votum der Pflegefachpersonen für die Pflegekammer müssen jetzt Taten folgen", sagte Dr. Marliese Biederbeck, die als Geschäftsführerin des Deutschen Berufsverbandsfür Pflegeberufe (DBfK) Südost, Bayern-Mitteldeutschland e.V. im Gremium die Berufsgruppe der Pflegenden vertrat.

Ziel: Fachgerechte Versorgung der bedürftigen Menschen

Sowohl Befürworter als auch Gegner waren sich einig, dass sich in der Pflege dringend etwas verbessern muss. Während die Gegner, u.a. Wohlfahrtsverbände, der Bundesverband privater Pflegeanbieter (bpa) und ver.di, noch einmal verdeutlichten, dass sie eine Pflegekammer nicht unterstützen werden, konnten die Befürworter, unter ihnen Vertreter der Bayerischen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Pflegeberufe (BAY. ARGE), des Fördervereins zur Gründung einer Pflegekammer, des Deutschen Pflegeverbands (DVP)  und des Deutschen Pflegerats (DPR) darstellen, dass an der Selbstverwaltung kein Weg vorbeiführt. "Die Pflegekammer hat zum Ziel, die fachgerechte Versorgung der bedürftigen Menschen sicherzustellen", bekräftigte Dr. Biederbeck. Dafür sei es wichtig, dass nicht andere über die Pflege entscheiden, sondern die Berufsgruppe sich selbst verwaltet. "Denn nur die Pflegenden können fachliche Entscheidungen am besten treffen", argumentierte sie. Im Hinblick auf den Fachpersonenmangel und dem demografischen Wandel müsse sich der Pflegeberuf maßgeblich weiterentwickeln.

Starke Interessensvertretung der Pflegefachpersonen

Bevor es in Bayern zur Entscheidung kommt, soll nun zunächst eine Arbeitsgruppe von vier Befürwortern, vier Gegnern und zwei unabhängigen Experten erörtern, ob es Alternativen zur Pflegekammer gibt, z.B. in Form einer starken Interessensvertretung für Pflegende. Huml möchte noch in diesem Jahr eine Entscheidung haben.

Das Ergebnis der repräsentative Befragung im Auftrag des Ministeriums bezweifelte beim Runden Tisch niemand mehr: 50 Prozent der Pflegefachpersonen haben für die Kammer gestimmt, 34 Prozent dagegen und 16 Prozent haben sich noch nicht entschieden. Bereits im Vorfeld hatte Huml die Umfrage als Tendenz in Richtung Pflegekammer gewertet.

Alle Argumente und Informationen zur Pflegekammer hat der DBfK für Sie zusammengefasst. Diese finden Sie unter: www.pflegekammer-jetzt.de

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