Politik -

DEGEMED: Zugang zur Reha erleichtern

Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (DEGEMED) fordert Kostenträger und Politik auf, den Zugang zur Reha zu vereinfachen. Intransparente Strukturen und bürokratische Hürden erschweren die für Patienten notwendigen Reha-Leistungen, so die Gesellschaft.

Die komplexen Genehmigungsverfahren schrecken die Rehabilitanden eher ab und verhindern in vielen Fällen den raschen Beginn der notwendigen Leistung. "Die rechtzeitige medizinische Rehabilitation erspart der Gemeinschaft hohe Aufwendungen und Kosten. Es ist daher nicht zu begreifen, warum der Zugang zur Reha nicht endlich vereinfacht wird", sagt Prof. Bernd Petri, Vorstandsvorsitzender der DEGEMED. "Seit Jahren wartet die Reha-Branche auf ein einheitliches und schnelles Verfahren, das für alle Träger gleichermaßen gilt.“

Um die Forderung nach einem vereinfachten Zugang zu unterstreichen, hat die DEGEMED die Kampagne „Meine Reha – Mein Leben“ gestartet. Mit dezentralen Aktionen von Reha-Anbietern und -Kliniken sollen Lokalpolitiker und Vertreter der Kostenträger für das Problem sensibilisiert werden. "Wir wollen mit den Aktionen unterstreichen, dass angesichts des immer schwierigeren Zugangs zur Reha von Seiten der Politik Taten folgen müssen", sagt Dr. Constanze Schaal, Geschäftsführerin der RehaZentren Baden-Württemberg. Patienten hätten ein Recht darauf, "zum Zeitpunkt ihres konkreten Bedarfs die für ihre Gesundheit und für ihre Teilhabe entscheidenden Reha-Leistungen zu erhalten. Und zwar schnell und unbürokratisch!"

Um Reha-Leistungen zu bekommen, müssten Patienten momentan unterschiedliche Verfahren durchlaufen – je nach zuständigem Träger. Der Antrag könne nur von Ärzten mit einer speziellen Fortbildung gestellt werden und werde zusätzlich durch die Krankenkasse überprüft. Es dauere oft mehrere Monate, bis eine Reha genehmigt werde – mit dramatischen Folgen für die Gesundheit der Patienten. "Umso unsinniger ist das Ganze, wenn man bedenkt, dass die vermeintlich vermiedenen Ausgaben für Reha früher oder später dem Gesundheitswesen in gesteigerter Form wieder aufgebürdet werden", erklärt DEGEMED-Geschäftsführer Christof Lawall. Dies geschehe dann, wenn ein nicht-rehabilitierter Patient hohe Ausgaben durch verfrühte Rente oder Pflegebedürftigkeit verursache. "Wir wissen heute, dass nur ein einziger in die Reha investierter Euro auf lange Sicht einen Gewinn von fünf Euro erbringt", sagt Lawall. Diese Zahlen habe das Prognos-Institut bereits 2009 ermittelt.

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