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DBfK: Gutachten weist den Weg für Reformen in der Pflege

Der Sachverständigenrat hat ein Gutachten zur Versorgung im ländlichen Raum vorgestellt. Darin enthalten sind Empfehlungen für die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung. Für den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) zeigt der vorgeschlagene Weg in die richtige Richtung.

"Bedarfsgerechte Versorgung – Perspektiven für ländliche Regionen und ausgewählte Leistungsbereiche", so heißt das neue Gutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitsweisen, das Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in Berlin in Empfang nehmen konnte.

Neben der ambulanten und akutstationären Versorgung ist die pflegerische Langzeitversorgung eines der wesentlichen Themen des Gutachtens. In Kapitel acht hat der Sachverständigenrat die pflegerische Versorgung, die Fachkräfteentwicklung und die Pflegekonzepte in Deutschland eingehend unter die Lupe genommen. Daraus hat der Sachverständigenrat insgesamt 14 Handlungsempfehlungen abgeleitet. Dazu gehören:

  • die Verbesserung der Datenlage rund um das Thema Pflegebedürftigkeit;
  • die Beseitigung des Fachkräftemangels;
  • die Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs im SGB XI;
  • der Ausbau der Gesundheitsförderung im Alter
  • die erneute Überprüfung der Struktur und Konzepte der Pflegeberatung und Pflegestützpunkte;
  • die Intensivierung der Förderung der Solidar- und Hilfepotentiale von Familien etc.;
  • der Ausbau der Gesundheitsförderung, um der Überlastung pflegender Angehöriger vorzubeugen;
  • der Ausbau der ambulanten Pflege sowie die Förderung der häuslichen Versorgung;
  • Anreize zur Schaffung neuer Formen der ambulanten Pflege;
  • die bedarfsgerechte Versorgung durch einen Professionenmix bei der Pflege;
  • die Weiterentwicklung der stationären Pflege;
  • die Implementierung eines fortlaufenden Monitorings, um rechtzeitig Versorgungsengpässe und Qualitätsdefizite bei der Pflege zu identifizieren;
  • die Entwicklung neuer sozialraumorientierter, pflegerischer Versorgungskonzepte und –modelle für den ländlichen Raum
  • sowiedie Förderung des weiteren Ausbaus von Pflegewissenschaft und Forschung
"Der Sachverständigenrat weist erneut den Weg hin zu einer nachhaltigen Reform der Versorgung bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit", kommentiert Franz Wagner, Bundesgeschäftsführer des DBfK die Handlungsempfehlungen des Sachverständigenrats. Er sieht insbesondere im Kapitel zur Pflege eine Reihe von konkreten Hinweisen zur Verbesserung.

Frühere Empfehlungen nicht berücksichtigt

In einer umfassenden Übersicht werden die Herausforderungen dargestellt und Lösungswege aufgezeigt. Allerdings findet Wagner es bedauerlich, dass viele Empfehlungen früherer Gutachten in der politischen Weichenstellung bisher nicht berücksichtigt wurden oder daraus resultierende Gesetzesreformen nicht in der erwarteten Weise in der Versorgungsrealität ankommen.

Was aus Sicht des DBfK am Wichtigsten ist

Die Empfehlungen, die der Sachverständigenrat zur Reform der Pflege vorlegt, sind die aus Sicht des DBfK allesamt zu unterstützen. Eine besondere Bedeutung habe nach Einschätzung des Verbandes v.a. die Beseitigung des Fachkräftemangels, die Schaffung neuer Versorgungsformen, der Ausbau der ambulanten Versorgung, die Anpassung von Versorgungsangeboten an die veränderte Nachfrage sowie die Förderung der Pflegeforschung.

Das vollständige Gutachten finden Sie auf der Website des Sachverständigenrates.

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