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Datatree AG Datenschutz: Ein wichtiges Thema im Gesundheitswesen

Am 11. und 12. Juli 2019 tauschten sich Vertreter des Gesundheitswesens auf dem Fachkongress „Datenschutz als Chance im Gesundheitswesen“ zum Thema Datenschutz aus. Teil des Kongresses war u.a. eine breit angelegte Studie des EU-geförderten Projektes „GDPR4H“.

Institutionen und Einrichtungen aus Belgien, Griechenland, Rumänien und Deutschland beteiligten sich an dem Projekt„GDPR4H“. „Wir wollen ein Curriculum für Datenschutzbeauftragte entwickeln, damit einheitliche Standards eingeführt und umgesetzt werden. Viele Menschen fühlen sich auch heute noch mit der DSGVO allein gelassen“, erläutert Dr. Erik Malchow, Projektmitarbeiter und Dozent für interkulturelle Kommunikation. Insbesondere im Gesundheitswesen, das sich im Zuge der Digitalisierung mit Themen wie Bioinformatik, Gematik und der Einführung der elektronischen Patientenakte auseinandersetzen müsse, sei die Gewährleistung des Datenschutzes aktueller denn je. Gleichzeitig müssten die Grenzen des Datenschutzes aufgezeigt und Lösungsvorschläge unterbreitet werden.

Bewusstseinswandel herbeiführen

Alle Vorträge und Diskussionen zeigten, dass es Best-Cases für einen guten Datenschutz gibt. Jedoch stehen die Verantwortlichen mit der Umsetzung in die Praxis oft vor großen Herausforderungen. Mit der Ernennung eines Datenschutzbeauftragten sei es nicht getan. Vielmehr müssten alle Mitarbeiter für den Datenschutz sensibilisiert und ein genereller Bewusstseinswandel herbeigeführt werden. Das betrifft v.a. das Themenfeld „Social Media“. Viele Einrichtungen würden Facebook und Instagram inzwischen zur Außendarstellung und den direkten Kontakt mit Kunden nutzen. Die Art und Weise, wie große Tech-Konzerne Daten sammeln, auswerten und verkaufen, stelle nicht nur das Gesundheitswesen vor Herausforderungen. Dennoch ließen sich zahlreiche Social Media-Aktivitäten durchaus auch heute schon datenschutzkonform umsetzen.

WhatsApp ist ein Problem

Messengerdienste sind auch unter Krankenhausangestellten sehr beliebt. Dass hochsensible Patienteninformationen nicht per WhatsApp versendet werden dürfen, sei den meisten bewusst. Dennoch sieht Christine Thieme, Datenschutzberaterin, durchaus Probleme in der Nutzung: „WhatsApp ist aus vielen Gründen keine gute Idee für den beruflichen Gebrauch. Sensible Daten, Unternehmensgeheimnisse oder Patientenakten sind bei WhatsApp schlicht nicht sicher.“

Das Fazit nach zwei Tagen: Einige liebgewonnene Gewohnheiten lassen sich derzeit nur mit einem ausgeprägten Bewusstseinswandel, datenschutzkonform umsetzen.

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