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Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) Das sind die Gewinner des Deutschen Preises für Patientensicherheit 2019

Am 9. und 10. Mai fand in Berlin die 14. Jahrestagung des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e.V. (APS) statt. Dort wurden drei Projekte für ihre Strategien einer besseren Medikamentenversorgung in Pflegeheimen mit dem Deutschen Preis für Patientensicherheit 2019 ausgezeichnet.

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Der Deutsche Preis für Patientensicherheit 2019 wurde auf der 14. Jahrestagung des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e.V. (APS)  am 9. Mai 2019 in Berlin verliehen. Die Preise waren mit insgesamt 19.500 Euro dotiert. Eine Jury mit Vertretern aus Pflege, Ärzteschaft, Apotheken, Selbsthilfe, und Kostenträgern wählte aus 29 Bewerbungen die Preisträger aus.

Elektronische Pflegeheimakte für Pflegende und den Hausarzt

Dr. Irmard Landgraf arbeitet seit vielen Jahren als Hausärztin in Berliner Pflegeheimen und hat bereits 2001 ein Modell entwickelt, das ermöglicht, mehr als 100 multimorbide Bewohner sicher zu versorgen. Gelungen ist das durch die digitale Vernetzung mit dem Pflegepersonal über eine elektronische Pflegeheimakte. „Die Akte enthält neben den üblichen Dokumentationsfeldern auch Kommunikationsmodule“, erklärt Landgraf. In dieses Feld können alle Pflegekräfte zu jedem Zeitpunkt alle auffälligen gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Heimbewohners eintragen. Die Hausärztin kann sich von ihrer Praxis aus in die Pflegeheimsoftware einwählen. „Ich lese morgens und abends die Eintragungen und kann somit schnell und adäquat reagieren“, sagt sie. Außerdem nutzt sie e-Pflegeakten zur regelmäßigen Kontrolle der Medikation und der Behandlungsverläufe, koordiniert notwendige Untersuchungen und bereitet auch die wöchentlichen Stationsvisiten vor. So wird die Zeit vor Ort geringer und die Effektivität größer. In ihrer Dissertation 2017 konnte sie zeigen, dass betreuten Patienten nicht nur deutlich weniger Medikamente nehmen, sondern auch viel seltener ins Krankenhaus müssen. Wie HCM bereits berichtete.

„Hier wird eindeutig nachgewiesen, dass auf diese Art betreute Pflegeheimbewohner weniger Medikamente erhalten, seltener ins Krankenhaus müssen und eine höhere Lebenserwartung sowie mehr Lebensqualität haben", lobt die APS-Vorsitzende Hedwig François-Kettner die Dissertation von Dr. Landgraf. Für den ersten Platz erhält sie ein Preisgeld von 10.000 Euro.

Optimiertes Entlassmanagement

Den zweiten Platz mit 6.000 Euro Preisgeld vergab die Jury an ein Projekt zur Optimierung des Entlassmanagements für die Neonatologie und Pädiatrie am Universitätsklinikum Essen in Zusammenarbeit mit der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln. Das Team um Dr. Britta M. Hüning bezieht die Bedürfnisse des Kindes und die Ressourcen der Familie frühzeitig in die Entlassplanung mit ein. „Durch einen strukturierten Entlassmanagementprozess mit transparenten Standards können Fehler durch Informationsverluste und Verzögerungen im Patientenpfad vermieden werden“, erläutert François-Kettner. Eltern würden z.B. lernen, Notfallmedikamente korrekt zu verabreichen. Die Dokumentation des Verfahrens wurde stark komprimiert, strukturiert und farblich kodiert, um die Anwendung im Alltag zu erleichtern.

Mehr Sicherheit während der Narkose

Auf den mit 3.500 Euro dotierten dritten Platz wählte die Jury das Projekt von Dr. Heike Vogelsang von der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin am Katholischen Klinikum Bochum. Um die Sicherheit während der kritischen Phase der Narkose zu verbessern, hat sie gemeinsam mit ihrem Team eine umfangreiche Cockpit-Strategie aus CRM-Elementen der zivilen Luftfahrt entwickelt und in die Anästhesiologie überführt. Sowohl in Routine- als auch in Notfallsituationen kann das Team mit Hilfe der Cockpit-Strategie sicher und effektiv handeln. Alle am Team beteiligten Pflegekräfte und Ärzte arbeiten dabei unmittelbar zusammen.Das Konzept wurde 2009 entwickelt und wird seit 2010 im Katholischen Klinikum Bochum erfolgreich eingesetzt.

Der Sonderpreis ging an Professor Dr. Michael Linden vom Institut für Verhaltenstherapie Berlin (IVB). Es ist inzwischen wissenschaftlich belegt, dass Psychotherapie auch schwerwiegende Nebenwirkungen haben kann. Beispiele sind Symptomverstärkungen, Problemaggravierungen, Induktion von False Memories, Probleme in der Familie oder im Beruf. Ein Projektteam des IVB hat das Spektrum und die Häufigkeit von Nebenwirkungen der Verhaltenstherapie wissenschaftlich untersucht und ausgewertet und Seminare dazu in die Ausbildungscurricula aufgenommen. Es ist davon auszugehen, dass in der Zukunft derartige Kurse an allen Psychotherapieausbildungsinstituten eingeführt werden.

Stifter des Preisgeldes sind B. Braun, der Ecclesia Versicherungsdienst, das Gesundheitsunternehmen MSD Sharp & Dohme GmbH und der medizinische Fachverlag Thieme.

Weitere Informationen sind auf der Webseite der APS Jahrestagung einsehbar.

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