Pflege -

Onlinekolumne Das magische Dreieck der Pflege

Unternehmensberater Eckhard Eyer schreibt in seiner aktuellen Kolumne über "die Quadratur des Kreises" in der aktuellen Pflegepolitik und erklärt, was "das magische Dreieck" der Pflege damit auf sich hat.

Das magische Dreieck der Pflege
"Das magische Dreieck in der Pflege" nach Eckhard Eyer. -

Die neue Bundesregierung hat viel Veränderungs- oder besser Verbesserungsbedarf in der Pflege festgestellt und eine Vielzahl von z.T. komplexen Veränderungen auf die Agenda gesetzt, nicht zuletzt das Ziel eines allgemeinverbindlichen Tarifvertrages. Bei der Anzahl und Komplexität der Themen und den unterschiedlichen Interessen wird der Veränderungsprozess eine Weile dauern. Es geht um die Quadratur des Kreises oder präziser um das magische Dreieck in der Pflege.

Das magische Dreieck

Das magische Dreieck der Pflege (siehe Bild) beschreibt die legitimen Interessen der verschiedenen Interessengruppen in der Pflege und das natürliche Spannungsverhältnis, das zwischen ihnen besteht.

  • Die zu pflegenden Menschen, die Patienten und Heimbewohner sowie ihre Angehörigen wünschen sich eine qualitativ gute Pflege zu fairen, bezahlbaren Preisen.
  • Die Mitarbeiter in der Pflege wünschen sich Arbeitsbedingungen, die es ihnen erlauben ihren Beruf 40 Jahre lang, bis zum Eintritt in die Rente, ausüben zu können und das unter Berücksichtigung von Wochenend- und Nachtarbeit. Dabei sollte ihr Einkommen angemessen sein und sie sollen sich – im Bedarfsfall – die Pflege im Alter leisten können, die sie brauchen.
  • Die Investoren die in den Pflegemarkt investieren erwarten, dass – im Vergleich zu anderen Geldanlagen – attraktive Renditen in der Pflegewirtschaft erarbeiteten können.
Das magische Dreieck der Pflege macht transparent welche konkurrierenden Ziele in der Pflegewirtschaft existieren. Die unterschiedlichen Ziele werden von sehr unterschiedlich gut organisierten Interessengruppen verfolgt, die sowohl sehr gut organisiert sind, aber teilweise auch chaotisch wirken. Die neue Bundesregierung muss trotz der Selbstverwaltung in der Pflege die unterschiedlichen Interessen fair unter einen Hut bringen, wenn die Pflege der alten und pflegebedürftigen Menschen zukunftsfähig und nachhaltig gestaltet werden soll.

Es wird die Aufgabe der Politik in dieser Wahlperiode sein nicht nur Kommissionen zu beauftragen, die die Probleme beschreiben aber nicht lösen dürfen. Im Sinne des Gemeinwohls und des Zusammenhalts der Gesellschaft sind Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen, die die unterschiedlichen Interessen angemessen ausbalancieren und auch dadurch nachhaltig sind.  

Goethe würde sagen:

Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.

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