Mood-Management Das Kölner Soulspace-Patientenzimmer

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Einrichtung & Ausstattung

Neu und innovativ zeigt sich das visionäre Kölner Soulspace-Patientenzimmer. Digital und smart wirkt es sich positiv auf Wohlbefinden, Heilung und Psyche aus. Als smarte, innenarchitektonische Hülle wird es veränderten Healthcare-Bedürfnissen und Nachhaltigkeit gerecht.

Soulspace-Patientenzimmer
Der Raum im Patientenzimmer Soulspace. – © 100% interior Sylvia Leydecker

Als modulare Kapsel löst sich das Soulspace-Patientenzimmer formal vom Raumprogramm eines Kartonlayouts, indem es Natur und technologische Entwicklung verbindet. Wesentlich für das Ambiente sind die Komponenten Film, Sound, 3D-Druck und Membranfolie, die reibungslose medizinische Diagnosen genauso wie atmosphärisches Mood-Management erlauben.

Hightech in Symbiose mit spielerischem Shytech

Die Tragstruktur bildet ein stabiles, leichtes, materialeffizientes 3D-Druck-Skelett, das in seiner Perfektion ebenfalls am Bauplan der Natur orientiert ist. Lokal produziert aus örtlich vorhandenem Material, von gleichermaßen irdischem Sand bis hin zu extraterrestrial marsianischem Staub, entfällt der Transport, was den Ressourcenverbrauch schont.

Dreidimensional biegbare dünne OLED-Folie (Organic Light Emitting Diodes) umspannt als anpassungsfähige Membran die elegante Struktur und besitzt leuchtende und kommunikative Qualität. Nebenbei hygienisch glatt, antibakteriell, photokathalytisch selbstreinigend oder auch easy to clean ausgestattet werden nosokomiale Infektionen vermieden. Integrierte Phase-Change-Materialien (PCM) fangen für angenehmes Raumklima klimatische Spitzen ab. Und vor allen Dingen: Strom wird unsichtbar durch transparent aufgedruckte, elektrisch leitfähige Schichten weitergeleitet.

Medizinische Diagnosen werden mittels interaktiver Oberflächen, digitalen Austauschs und Abgleich mit Datenbanken verbessert, während zugehörige Dokumentationen und Fallkodierungen automatisiert ablaufen. Integrierte Mikrosensoren überwachen zudem Vitaldaten und schaffen kontrollierte Sicherheit.

Individuelle Bedürfnisse werden per Künstlicher Intelligenz (KI) erkannt, um Patientinnen und Patienten das situativ angemessene Setting und vertrauensvolle Kommunikation zu erlauben. Lernende KI erkennt durch kluge Analysetools die Bedürfnisse, bevor sie überhaupt entstehen, und reagiert. Medizin und Sicherheit first – aber in Kombination mit der nach neurologischen Gesichtspunkten passenden und bedarfsgerechten Atmosphäre. Interaktiv, spielerisch und intelligent gehen deswegen Hightech und Shytech mit den physischen Komponenten eine anwenderfreundliche Symbiose ein.

Ambient Mood-Management sorgt für Lieblingssettings

Es wird gespielt und atmosphärische Settings werden komfortabel geswitched: Programmiert, wahlweise im Lichtmodus, elektrochromer Abdunklung, erholsamer Natur oder romantischer Vintage-Blümchentapete, erlaubt es Lieblingssettings und inspirierende Abwechslung. Boden und Decke gehen optisch ineinander über, sind dabei pflegeleicht, hygienisch, im Sinne eines Healing-Environments. In Kombination mit Licht, Farbe, Material, Akustik ist für die nötige Präsenz in der Wahrnehmung gesorgt. Das emotionale Befinden wird durch individuell eingespielte filmische Sequenzen verschiedener Naturphänomene sowie begleitender Sounds im Sinne einer heilenden Patient-Experience sensuell als ganzheitliches Mood-Management beeinflusst.

Nachhaltigkeit prägt die biologisch abbaubaren Folien der lokal produzierten Cocoons, die auch durch schnelle Montage, Abbau und Recyclingfähigkeit punkten. Technische Anschlüsse werden mit der Unterstützung von Co-Bots angedockt, wobei eine luftreinigende funktionale Beschichtung und integrierte Duftmikrokapseln für Raumluftqualität sorgen. Flächeneffizienz trifft auf optische Weite, additives Mobiliar ist fast verzichtbar, während diffusionsfähige Bettwäsche aus leichtem Hightech-Textil sensorisch die Vitaldaten checkt.

Patientenzimmer in Neu: Digital, smart und menschlich

Je nach Bedarf und Krankheitsbild lässt sich das anpassungsfähige Konzept differenziert, kontextbezogen adaptieren. Das zukunftsweisende Konzept schafft fortschrittliche Nachhaltigkeit, aus der Kombination neuer Technologien, Materialität und Konstruktion. Durch seine maximale Usability schafft es flexible Kommunikation, Licht und Atmosphäre bei insgesamt verbesserter medizinischer Qualität und im Idealfall auch reduzierter Verweildauer.

Das digitale Soul­space-Konzept wurde erstmalig online, noch als reduzierte animierte Powerpoint-Präsentation, im Rahmen des Vortrags in einer Konferenz 2021 gezeigt. Als Virtual Reality kann Soul­space mit einem Klick hierauf digital erlebt werden: www.100interior.de/project/smart-soulspace-­patientenzimmer/

Soulspaces lassen sich additiv und modular, fast spielerisch, zusammensetzen. Es kann auf Fenster verzichtet werden, wenn die Simulation gekonnt Tageslicht ersetzt. Die kontextbezogene und atmosphärisch aufgeladene Reproduktion eines patientengerechten, dem Gesundheitswesen angemessenen und angenehmen Umfelds ermöglicht dann auch wirtschaftliche Layouts und nachhaltigen Betrieb durch C2C für die Massenanwendung.

Der lokal produzierte Soulspace ist als adaptive Lösung grundsätzlich daher ortsungebunden und stellt ein smartes Healthcare-Szenario dar. Bettenzahlen sind genauso flexibel wie das Schaffen der gewünschten Atmosphäre und die Vernetzung von Gesundheitsdaten mit medizinischem Know-how.

Supersmart und digital ist menschliche Zuwendung dabei keinesfalls ausgeschlossen, sondern entscheidend und erwünscht. Atmosphärisch aufgeladen, gleichzeitig materialreduziert, lokal produziert erlaubt es reibungslose Arbeitsprozesse, die bei den strengen Anforderungen im Gesundheitswesen unabdingbar sind. Das intelligente Patientenzimmer als Soulspace trägt maßgeblich zum Heilungserfolg bei, weil hier Seele und Körper gleichermaßen genesen. Die Patient-Experience und die Reise dahin versprechen spannend zu werden.

Kontakt zur Autorin:

Sylvia Leydecker, Innenarchitektin bdia AKG, 100% interior, HCM-Kolumnistin, sylvia.leydecker@100interior.de